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Falter
Geschlecht nicht bestimmt
Habitat
LebendfotosDiagnoseÄhnliche ArtenBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenAndere KombinationenSynonymeFaunistikLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Ähnliche Arten

Flügel- und Thoraxfärbung sind bei H. festivella bleichgelb, bei H. laspeyrella jedoch dunkler gelb bis orangerot (nach Abbildungen in der Literatur). Kopf und Rücken sind bei H. festivella weiss, bei H. laspeyrella jedoch nicht. [Forum]

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Fabaceae:] Vicia cracca ssp. incana (Graue Vogel-Wicke)

Bis zum 3. Mai 2026 stand hier: "Noch unbekannt! Koster & Sinev (2003: 80) betonen, dass die alten Literaturangaben zu Solidago virgaurea dadurch zustandekamen, dass aus dem Fund von Faltern an dieser Pflanze durch Abschreibefehler plötzlich Raupen an dieser Pflanze wurden. Und wenn die Falter in Zentralasien unter Lonicera-Büschen gefunden wurden, kann auch das nur ein sehr vager Hinweis auf eine mögliche Raupennahrungspflanze sein. Berücksichtigt man dann noch, dass bei der verwandten Heinemannia laspeyrella Raupennahrungspflanze (Samen in Hülsen krautiger Fabaceae) und Überwinterungsplatz (in oder unter der Borke naher Gehölze) nicht identisch sind, wird die mögliche Nahrungspflanze von H. festivella noch unklarer."

Dank Schmid (2026) - seine Arbeit wurde am 3. Mai 2026 veröffentlicht - ist das jetzt anders! H. festivella gehört zu den immer nur sehr lokal vorkommenden Arten. Aber der Falter ist markant gezeichnet und daher auch im Freiland ansprechbar. Wenn man eine Stelle kennt, wo er alljährlich gefunden werden kann, braucht man eigentlich nur viel Geduld beim Beobachten der tagaktiven Tiere, bis man eventuell auch einmal eine Eiablage beobachtet. Solche Geduld fehlt den meisten von uns, aber Jürg Schmid hat schon öfter gezeigt, dass er sie aufbringt, wenn ihm das Ergebnis lohnend genug erscheint. Und die Klärung der Nahrungspflanze einer Art, über deren Raupennahrung man noch nichts weiß, ist sicher so ein lohnendes Ziel. Die fotografische Dokumentation des Weibchens bei der Eiablage und die Ergebnisse der folgenden Zuchten sind eine Meisterleistung.

Das Ergebnis ? Wie H. laspeyrella lebt die Raupe in Schoten eines Schmetterlingsblütlers, hier der extrem seltenen Vicia cracca ssp. incana. Die Eiablage erfolgt an die Basis der abgeblüten Blüten, also an die Basis der Schoten. Die junge Raupe miniert dann in der Schote und bewegt sich dabei auf die Samen zu, von denen sie sich schließlich ernährt. Und dann beginnt das Zuchtproblem: irgendwie muss man die Raupen über den Winter bringen - wie sich zeigen sollte, war das selbst einem sehr erfahrenen Tortriciden-Züchter misslungen, H. Disqué.

Denn Jürg Schmid musste überrascht feststellen, dass "seine" Raupe schon bis ins Detail beschrieben war, nur unter einem völlig falschen Namen: Grapholitha fissana [jetzt: Ephippiphora fissana]! Bei Disqué (1905: 244) stand zu jener Art: "Im Biuswald und auf der badischen Rheinseite. An letzter Stelle fing ich 1903 innerhalb 3/4 Stunden 19 Stück. Die Falter wählten als Ruheplätze gern die Blätter von Trifolium medium und Vicia cracca. In den Schoten der letzteren Pflanze fand ich Ende und Aug. R., die nur dieser Art angehören können, da mir die R. der andern, an der Fundstelle vorkommenden, Wickler, genau bekannt sind. Leider brachte ich keine zur Entwickelung, da sie in eine andere Schote gebracht, dieselbe immer wieder verliessen und so lange herumliefen, bis sie ermattet zu Grunde gingen." Vicia cracca wurde damit also als sehr wahrscheinliche Raupennahrungspflanze von Ephippiphora fissana fixiert, Trifolium medium als mögliche weitere. Die Angaben "Vicia cracca, Trifolium (Asteraceae)" zu Ephippiphora fissana bei Razowski (2001: 92) geht wahrscheinlich einzig auf diese Primärquelle zurück.

Zum Glück lieferte Disqués ausführliche Beschreibung der Raupe hier die Grundlage dafür, dass Schmid (2026) hier zweifelsfrei seine Heinemannia festivella erkennen konnte: "Die R. sind sehr auffallend gezeichnet und gebe ich nachstehend die Beschreibung. Erwachsen ist die R. weisslich mit hellbraunem Kopf. Die Punkte auf dem Rücken sich in grosse, fast viereckige glänzend dunkelbraune Flecken zusammen geflossen, zur Seite des Rückens und über den Bauchfüssen sind ebenso gefärbte kleinere Flecken. Nackenschild dunkelbraun, in der Mitte heller. Jung ist die R. gelblich mit sehr kleinen rötlichen Punkten. Kopf, Nacken- und Afterschild dunkelbraun. Vor dem letzteren, auf dem letzten Ringe, 2 grössere dunkle Punkte."

Vicia cracca ssp. incana fehlt in der Pfalz und im angrenzenden Teil Baden-Württembergs. Disqué (1905: 244) hatte seine Raupen also an einer anderen "Vicia cracca" gefunden. Ich halte die Nominatunterart für möglich, vom Fundort her aber Vicia tenuifolia [damals Vicia cracca ssp. tenuifolia] für wahrscheinlicher. Und Schmid (2026) diskutierte dann ausführlich: "Another may be the foodplant. At the site in Grisons, Vicia cracca ssp. incana is the documented larval foodplant. In Europe, this plant occurs locally in the Alps and Pyrenees, but is very scarce outside these mountain ranges (GBIF.org) while the nominate Vicia cracca L. is almost a ubiquitous plant species. Strikingly, the distribution map for V. cracca incana and H. festivella in Europe show resemblances that are hardly accidental. However, Bengtsson (2017) reports that on Öland, Sweden, V. tenuifolia Roth should be the main foodplant. He repeatedly observed a close association between moth and plant (pers. comm.). Strangely, Öland is the only site in Sweden, where H. festivella occurs as well as the only site with Vicia incana! Maybe the scarcity of V. incana forced the moth to switch its foodplant locally. Also, according to Rennwald (pers. comm.), it is likely that H. festivella feeds on V. tenuifolia in Germany."

Nachdem wir jetzt wissen, wie die unverwechselbaren ausgewachsenen Raupen aussehen, sollte es nicht mehr allzu schwer sein, auch in anderen Gegenden mit Vorkommen des Falters die Raupen in "Vogel-Wicken" -Schoten zu finden. Nur die Bestimmung der entsprechenden Klein- oder Unterarten sollte sehr sorgfältig vorgenommen werden.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Faunistik

Nach Sauter & Whitebread (2005) kommt die Art in der Schweiz vor. Schmid (2026) bestätigte das durch seine Falter- und Raupenfunde in Grisons.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.4. Literatur