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Falter
Raupe
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Geschlecht nicht bestimmt
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

1.3. Fraßspuren und Befallsbild

1.4. Puppe

2. Diagnose

2.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Erstbeschreibung

Anstelle der in diesem Buchexemplar fehlenden (oder mit einer Klinge abgekratzten?) Art-Beschriftung ist ein anderer Name handschriftlich eingetragen.

3. Biologie

3.1. Habitat

Die Raupe ist in der Oberlausitz eher im Bergland zu finden. [Friedmar Graf]

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Typenmaterial und Nomenklatur

Robinson & Schmidt Nielsen (1983: 209) teilen zu dem von ihnen festgelegten Lectotypus mit: “dimidiana Clerck, 1759

[...]

Material examined

Linnaeus: 1 ♀ labelled ‘Schreberiana’ [by Linnaeus] / ‘Schreberiana 879.’ [by Smith] here designated as LECTOTYPE”.

Clerck: None.

Subsequent: None.”

Robinson & Schmidt Nielsen (1983) geben nirgendwo an, in welchem Exemplar von Clerck (1759) sie den Namen „dimidiana“ gesehen haben; das Buch ist nicht einmal unter den „References“ gelistet. Im Text zu diesem Taxon (1983: 209) heißt es lapidar “Phalaena dimidiana Clerck, 1759: Pl. 8, Fig. 10.”, und es folgen Angaben, wo fig. 10 anders beschriftet ist:

Phalaenascreberiana; Clerck, 1759: Pl. 8, Fig. 10 [MS correction to some copies of the Icones] [MS name].”

Phalaenascraberiana; Clerck, 1759: Pl. 8, Fig. 10 [MS correction to copy of Icones in University Library, Second Department, Copenhagen] [MS name].”

Der double dagger ‡ steht, wie Robinson & Schmidt Nielsen (1983: 238) erläutern, vor nicht verfügbaren Namen.

Mindestens zwei weitere Exemplare von Clercks Tafel 8 kannten Robinson & Schmidt Nielsen nicht: In der Bibliothèque nationale de France ist fig. 10 unbeschriftet [Digitalisat] (oder die Beschriftung wurde abgekratzt, was nur durch Autopsie des Originals erkennbar wäre). In der Library of Congress (siehe oben unter „Erstbeschreibung“ abgebildeter Scan) sind zwei handschriftliche Korrekturen erkennbar: Zunächst der Tusche-Eintrag „Screberiana“ auf unbeschriftetem oder abgekratztem Papier, was auch hier trotz viel besserer Qualität des Digitalisats nicht unterscheidbar ist, dann die über den ersten Buchstaben „r“ nachträglich mit Tusche platzierten Buchstaben „hr“ => Schreberiana. Das Exemplar der Bibliothèque municipale de Lyon gibt es seit dem 13. November 2013 [hier] als Digitalisat von Google Books] (die Bibliothek wird dort “Lyon Public Library” genannt). Fig. 10 ist dort handschriftlich « Screberiana » benannt, wie von Robinson & Schmidt Nielsen für leider nicht näher benannte “copies of the Icones” angegeben.

Das Exemplar der British Library haben Robinson & Schmidt vermutlich untersucht. Am 9. Oktober 2019 wurde es von Google Books [hier] digitalisiert. Fig. 10 ist dort mit „Screberiana.“ per Hand beschriftet.

Werneburg (1864: 228) kennt von Clerck nur die Beschriftung „Screberiana“, gibt nicht an, ob sie original oder handschriftlich ist, und stellt sie tabellarisch neben „Schreberiana“ Linné, Faun. suec. ed. II. 1761 sowie neben „Schraeberiana“ Linné, Syst. nat. ed. XII. 1766.

Zeller (1853: 199) berichtet, lange (wie sich aus dem Zusammenhang ergibt, mindestens 12 Jahre lang) vergeblich versucht zu haben, Einblick in eines der seltenen Exemplare von Clerck (1759) zu erhalten. Die Publikation von Freyer (1840) weckte bei ihm „fast Neid und Unzufriedenheit“, bis er 1852 gleich zwei Exemplare untersuchen konnte: Ein vollständiges aus der Königlichen Bibliothek zu Berlin und ein unvollständiges aus dem Besitz von Herrich-Schäffer, der es antiquarisch in Paris erworben hatte. Zu der Abbildung 10 auf Tafel 8 schreibt Zeller (1853: 275-276): „Fig. 10. Auf der Tafel d. K. B. steht Dimidiana (ich habe nicht notirt ob gedruckt), auf der HS.'schen ist der Name ausradirt und dafür ist hingeschrieben: Screberiana, gerade wie auch Freyer für die von ihm verglichenen Icones angiebt.). Das Bild stellt unverkennbar Tortrix Schreberiana L. (Argyrotosa Schr. HS. S. 169) vor, nur mit ganz verfehlter Vorderflügelgestalt, zu gelbbrauner Grundfarbe und zu scharfem Costalpunkt in dem grossen weissen Vorderrandfleck. Linné, der weder in der Fauna 348, noch im Syst. 879, 316 (Schraeberiana) Clercks Tafel citirt, kann die Figur nur übersehen haben. Seine Beschreibung ist gut und verbessert auch die Angabe der Diagnose über die Grundfarbe der Vorderflügel, welche hier griseae, dort richtiger luscogriseae heissen.“

Das Rätsel, woher der Name dimidiana kommt, ist damit fast gelöst. Es bleibt nur noch zu untersuchen, ob der Name dimidiana im Berliner Exemplar (jetzt in der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Unter den Linden, Abteilung Historische Drucke, Signatur 4'' Ls 3647) gedruckt oder handschriftlich ist – im letzteren Fall wäre er nomenklatorisch nicht verfügbar.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.4. Literatur

  • Erstbeschreibung: Clerck, C. (1759): Icones Insectorum rariorum Cum Nominibus eorum trivialibus, locisqve e C. LINNÆI Arch. R. et Eqv. Aur. Syst. Nat. allegatis. Sectio Prima: [8 unpaginierte Textseiten], pl. 1-16. Holmiae. — Schwarzweiß-Digitalisat der Bibliothèque nationale de France: [pl. 8 mit fig. 10].
  • Freyer, C. F. (1840): Ueber die ältere lepidopterologische Litteratur. — Entomologische Zeitung 1 (5): 75-80. Stettin.
  • Lectotypus-Festlegung: Robinson, G. S. & E. Schmidt Nielsen (1983): The Microlepidoptera described by Linnaeus and Clerck. — Systematic Entomology 8: 191-242.
  • [SCHÜTZE (1931): 116]
  • Werneburg, A. (1864): Beiträge zur Schmetterlingskunde. Kritische Bearbeitung der wichtigsten entomologischen Werke des 17. und 18. Jahrhunderts bezüglich der darin abgehandelten Europäischen Schmetterlinge. Erster Band: I-VIII, 1-[599]. Erfurt (H. Neumann).
  • Zeller, P. C. (1853): Caroli Clerck Reg. Soc. scient. Upsal. membr. Icones insectorum rariorum cum nominibus eorum trivialibus locisque e C. Linnaei Arch. Equit. System. Nat. allegatis Holmiae 1759. — Entomologische Zeitung 14: (6) 199-214, (7) 239-254, (8) 271-294.