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Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Parasitoid
Inhalt

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Parasitoid

Curtis (1835: LXXI): “The caterpillars [...]. A great number of them are destroyed by several kinds of flies and ichneumons, one of which is represented at fig. 1”.

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

Der Erstbeschreibung ist zu entnehmen: "I have named this very distinct moth after Captain Ross, who first penetrated these inhospitable regions, and to whom we are indebted for many additions to our zoological collections."

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Unterarten

4.5. Taxonomie

Die Art wurde aus dem Norden Kanadas beschrieben. Speidel & Witt (2011: 70) schreiben dazu: "The typical subspecies is found in North America, the population of the Old World can be attributed to ssp. relictus (= lugens) and there is an isolated population in Hokkaido, Mt. Daisetsu (Japan): ssp. daisetsuzana Matsumura, 1928." Außerdem vermuten sie, dass die von der Wrangelinsel im Nordosten Russlands beschriebene "Dicallomera kusnezovi Lukhtanov & Khruliova,1989 auch als Synonym hierher gehören könnte.

Lukhtanov & Khruliova (2015) griffen das auf und studierten die Barcodes von Tieren, die sie auf der Wrangel-Insel im Polargebiet ganz im Nordosten Russlands sammelten. Dabei stellten sie zum Einen fest, dass "Dicallomera kusnezovi" gar kein Synonym zu G. rossii ist, sondern Gynaephora groenlandica nahesteht und als deren Unterart aufzufassen ist: "DNA barcode analysis demonstrated that the taxon previously described by us as D. kusnezovi (Lukhtanov & Khruliova 1989) constituted a separate, well supported cluster on the COI tree (Fig. 1). However, the uncorrected p-distance between individuals from Wrangel Island (D. kusnezovi) and America (G. groenlandica) was relatively small (p = 0.6%, 4 fixed nucleotide substitutions in 658 bp fragment), much lower than the ‘standard’ 2.7-3.0% DNA-barcoding threshold usually used for allopatric taxa as an indicator for their species distinctness (Lambert et al. 2005; Lukhtanov et al. 2015b). Morphologically, the moths of D. kusnezovi from Wrangle Island (Palearctic region) and G. groenlandica (Nearctic region) are practically identical with respect to wing pattern and genitalia structure as already mentioned in the Introduction".

Lukhtanov & Khruliova (2015) dass das, was unter Gynaephora lugens Kozhanchikov, 1948 beschrieben worden war, tatsächlich am besten als Unterart von G. rossii zu führen ist: "Similarly, we use a comparison between the samples of the taxa of G. lugens from Wrangle Island (Palearctic region) and G. rossii (Nearctic region) (Fig. 1) and the same argumentation (relatively low genetic distance: p = 1.4%, 9 fixed nucleotide substitutions in 658 bp fragment, morphological similarity described in the Introduction and allopatry) in order to downgrade the status of the taxon lugens and consider it as a subspecies: Gynaephora rossii lugens Kozhanchikov, 1948), stat. nov.".

Ob das Taxon im Norden Russlands jetzt Gynaephora rossii lugens Kozhanchikov, 1948 zu heißen hat oder Gynaephora rossii relictus (Bang-Haas, 1927) wird sich erst klären lassen, wenn auch Tiere aus dem russischen Sajan-Gebirge, von wo die ssp. relictus beschrieben wurde, mit in die Untersuchungen einbezogen werden. Nach derzeitiger Kenntnis ist dieses Vorkommen im Süden Russlands tatsächlich zumindest so isoliert von den Vorkommen im Polarbereich wie es das Vorkommen in Japan ist - eine Trennung auf Unterartebene dürfte also gerechtfertigt sein, so dass die Tiere aus dem Norden Russlands - wie von Lukhtanov & Khruliova (2015) empfohlen - am besten unter ssp. lugens zu führen sind.

4.6. Verbreitung

Nach Speidel & Witt (2011) handelt es sich hier um eine wahrscheinlich circumpolar verbreitete, aus Kanada beschriebene Art, die Europa nur im Polar-Ural erreicht. Ihre europäische Verbreitungskarte umfasst jedenfalls den Polarural.

Sinev (2019: 295) führt die Art jedoch nur für die von ihm definierten, russischen Gebiete „21“ und „32“ auf, die beide deutlich im asiatischen Teil Russlands liegen. Ein Vorkommen in Europa ist damit sehr in Frage zu stellen.

Locus typicus nach Curtis (1835: LXXI): “near Fury Beach” [Kanada, Nunavut, Qikiqtaaluk, Somerset Island, Fury Beach; diese Detailangaben ermittelt nach den Wikipedia-Seiten über Somerset Island (Nunavut) [Seite auf en.wikipedia.org] und HMS Fury (1814) [Seite auf en.wikipedia.org], beide aufgerufen am 1. Mai 2013].

(Autoren: Erwin Rennwald und Jürgen Rodeland)

4.7. Literatur