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Falter
LebendfotosWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)Taxonomie und FaunistikTypenmaterialLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Weitere Informationen

2.1. Etymologie (Namenserklärung)

Yela et al. (2025: 67) erklären: "The specific name is derived from the ancient name of Iran (Persia) and the name of the type species of the genus (adulatrix); a contraction of "Persia" and "adulatrix"."

2.2. Taxonomie und Faunistik

Bis Ende 2025 war es in Europa und im westlichen Asien klar: Wenn es nicht E. adoratrix ist, ist es E. adulatrix. Mit der Arbeit von Yela et al. (2025) wird es jetzt komplizierter. Klar ist: Die Tiere von Spanien und Portugal über Nordwest-Afrika bis zu den Kanarischen Inseln gehören nicht länger zu E. adulatrix sondern zu einer neuen Art: E. iberiatrix. Die Tiere der Iberischen Halbinsel haben ihren eigenen BIN BOLD:ACL5792 und unterscheiden sich wenigstens geringfügig auch nach den Genitalmerkmalen. Schwieriger wird es mit dem "Rest" von "E. adulatrix": Die Tiere aus Südafrika haben ebenfalls ihren eigenen BIN, müssten also auch abgetrennt werden - was aber nicht Gegenstand dieser Arbeit war. Die Tiere von Italien, Österreich, Griechenland, Zypern, der Türkei und Georgien teilen sich hingegen den BIN BOLD:AAM5146, worauf mich Leo Vähätalo hinwies.

Das Problem: Nach Yela et al. (2025: 67) reicht das Verbreitungsgebiet ihrer Eutelia persiatrix vom Osten der Türkei über die Kaukasus-Region bis in den Iran und nach Turkmenistan: "The area of the new species is extending from eastern Turkey throughout the Caucasus region (Georgia, Armenia) to northern and south-western Iran and Turkmenistan." Ausgerechnet aus dem Land des Typenfundorts - Sendan Mts., 20 km SW of Gilvan - dem Iran (Prov. Zanjan), scheint gar kein öffentlich zugänglicher Barcode vorzuliegen.

Die Autoren der Artbeschreibung gehen hier - anders als bei E. iberiatrix - auch gar nicht auf die Genetik ein. Sie beschreiben E. persiatrix (und E. pakitrix) rein morphologisch. Die von ihnen gelisteten äußeren Unterschiede gegenüber E. adulatrix und E. iberiatrix sind minimal, die Merkmale "weich", am Einzeltier nicht nachvollziehbar. Bleiben also die Genitalunterschiede, aber da gibt es natürlich auch individuelle und regionale kleine Variationen, so dass eine Abgrenzung schwierig wird. Die Autoren schreiben selbstkritisch: "Taxonomy. The interpretation of the western Asiatic populations is still problematic. They share the differential features distinguishing them from E. iberiatrix and E. adulatrix (the longer and thinner aedeagus with larger subterminal diverticulum, the more narrow-based and more assymetrical clavi, and the narrower and longer sclerotised posterior section of ductus bursae) but display certain kind of variation in these features. As the mentioned differences are in general small, the (individual and possibly also geographic) variation makes these populations rather heterogeneous. The western (south-eastern and north-eastern Turkish), the northern (Caucasian) and the eastern (Iran, Turkmenistan) populations are, however, not distinguished here due to the great similarity of all taxa of the E. adulatrix lineage but treated here as a common species, E. persiatrix sp. n."

Für mich ist die artliche Trennung auf morphologischer Basis hier wenig überzeugend und identische Barcodes müssten hier eigentlich als Warnsignal in Bezug auf eine Artbeschreibung gelten. Wir wissen durch die Fleißarbeit der Autoren jetzt einiges mehr über die feinenGenitalunterschiede innerhalb des E. adulatrix-Komplexes, aber ob und wo es biologische Artgrenzen gibt, bleibt weiterhin unklar. Ich fürchte, ohne Einbeziehung von Kern-DNA kommen wir hier auch gar nicht weiter.

2.3. Typenmaterial

Yela et al. (2025: 66) schreiben zum Holotypus: "Holotype. Male, Iran, Prov. Zanjan, Sendan Mts, 20 km SW of Gilvan, 36°48'N, 48°55'E, 1000 m, 18.V.2001, leg. G. Csorba, sliede No.: RL13284m (coll. Ronkay, NHMW)." Dann listen sie nicht weniger als 228 Paratypen aus zahlreichen Sammlungen von Museen und Kollegen: 102 Exemplare aus Georgien, 75 aus dem Osten der Türkei, 40 aus dem Iran, 5 aus Turkmenistan, 4 aus Armenien und je 1 aus Syrien und dem Nordkaukasus von Tschetschenien (Russland).

(Autor: Erwin Rennwald)

2.4. Literatur

  • Erstbeschreibung: Yela, J.L., Ortiz, A.S., Ronkay, G. & L. Ronkay (2025): Contributions to the Fauna Ibérica: Noctuoidea project, Part 3. On the taxonomy of the Eutelia adulatrix (Hübner, 1813) species complex (Euteliidae, Euteliinae). — p. 59-78. In: Fibigeriana Supplement. Book series of Taxonomy and Faunistics. Volume 5: 266 pp.; (Heterocera Press) Budapest.