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Falter
Weibchen
Habitat
LebendfotosDiagnoseBiologieWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)Taxonomie und FaunistikLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Weibchen

3. Biologie

3.1. Habitat

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

Yela et al. (2025: 65) erklären: "The specific name refers to the Iberian Peninsula and the close relationship to E. adulatrix; a contraction of "Iberia" and "adulatrix"."

4.2. Taxonomie und Faunistik

Bis Ende 2025 war es in Europa klar: Wenn es nicht E. adoratrix ist, ist es E. adulatrix. Mit der Arbeit von Yela et al. (2025) wird es jetzt komplizierter. Klar ist: Die Tiere von Spanien und Portugal über Nordwest-Afrika bis zu den Kanarischen Inseln gehören nicht länger zu E. adulatrix sondern zur neuen Art: E. iberiatrix. Doch noch ist unklar, ob und wie sich die beiden Arten begegnen und ob es dort zu Arealüberschneidungen oder Artdurchmischungen kommt. So soll es nach derzeitiger Kenntnis in Südfrankreich nur E. adulatrix geben, hinter der spanischen Grenze dann nur noch E. iberiatrix - das kommt mir ein bisschen spanisch vor. Dann wissen wir nicht, welche der beiden Arten denn in Süd-Italien und auf Sizilien vorkommen.

Die Autoren glauben, die meisten Individuen schon nach äußeren Merkmalen erkennen zu können: "The moths of the new species differ externally from the other species of E. adulatrix complex mainly by the more white(ish) coloured subcellular stripe of the median area; this band is most often partly or entirely suffused by pale ochreous or ochreous-brown scales." Die Genitalunterschiede beider Taxa sind wohl da, aber sie sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich und die Merkmale eher "weich". Und dann kommt das Ergebnis des Barcoding, das allen drei europäischen Arten einen eigenen BIN zuordnet: "The COI sequences form a BIN BOLD:ACL5792 (n=20; sequence length 658 bp), with 0,2 % maximum intraspecific variation (mea 0.1 %). Based on COI divergence, the new species is isolated from E. adulatrix (BOLD BIN:AAM5146) by a genetic mean distance of 1,5 % and from the other European species E. adoratrix (BOLD:AEF9213) by 4.0 %."

Für getrennte Arten wird im Allgemeinen ein Barcode-Mindestabstand von über 2 % gefordert; hier wird die minimale Distanz gar nicht genannt - sie ist sicherlich noch deutlich geringer als die durchschnittliche Distanz von 1,5 %. Hier spricht für mich erst einmal alles - also Genetik und Morphologie für Unterarten. Daher die Frage: wie leicht lassen sich die Tiere kreuzen ? Sind ihre Nachkommen fertil ? Wie sieht es überhaupt im Bereich möglicher Kontakt- oder Überschneidungszonen aus ? Unterscheiden sich die Arten in der Biologie ? Im Aussehen der Präimaginalstadien ? Kommt es zu Barcode-Introgression ? Noch bin ich skeptisch, ob wir es hier wirklich mit biologisch getrennten Arten zu tun haben.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Literatur

  • Hübner, J. [1800-1838]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 4: pl. 1-185.
  • Erstbeschreibung: Yela, J.L., Ortiz, A.S., Ronkay, G. & L. Ronkay (2025): Contributions to the Fauna Ibérica: Noctuoidea project, Part 3. On the taxonomy of the Eutelia adulatrix (Hübner, 1813) species complex (Euteliidae, Euteliinae). — p. 59-78. In: Fibigeriana Supplement. Book series of Taxonomy and Faunistics. Volume 5: 266 pp.; (Heterocera Press) Budapest.