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Falter
Kopula
Eiablage
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Ei
Erstbeschreibung
Habitat
Lebensweise
Prädatoren
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

Die arttypische Ruhehaltung (3) ist für Tagfalter ungewöhnlich.

Deutschland, Bayern, Oberbayern, Valepp, 8. Mai 2003 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger

1.2. Kopula

1.3. Eiablage

1.4. Ausgewachsene Raupe

1.5. Jüngere Raupenstadien

1.6. Fraßspuren und Befallsbild

1.7. Puppe

1.8. Ei

2. Diagnose

2.1. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Lebensweise

3.3. Nahrung der Raupe

  • [Fabaceae:] Lotus corniculatus (Gewöhnlicher Hornklee) [wichtigste Raupennahrungspflanze, viele Angaben aus fast ganz Europa]
  • [Fabaceae:] Lotus pedunculatus [= Lotus uliginosus] (Sumpf-Hornklee) [nicht selten in feuchten Wiesen in Südwestdeutschland]
  • [Fabaceae:] Lotus maritimus [= Tetragonolobus maritimus] (Gelbe Spargelerbse) [bisher Einzelangabe aus Bayern, eigene Eiablagebeobachtung in Südfrankreich]
  • [Fabaceae:] Lotus dorycnium [= Dorycnium pentaphyllum, Dorycnium suffruticosum] (Fünfblättriger Backenklee) [wo ?]
  • [Fabaceae:] Securigera varia [= Coronilla varia] (Bunte Kronwicke) [viele Angaben aus fast ganz Europa]
  • [Fabaceae:] Hippocrepis comosa (Hufeisenklee) [diverse Nachweise an Trockenstandorten]
  • [Fabaceae:] Hippocrepis glauca [Lafranchis (2011)]
  • [Fabaceae:] Dorycnopsis gerardi [= Anthyllis gerardi] (Gerards Wundklee) [nach Lafranchis (2011: 96) und Lafranchis et al. (2015: 53) lokal in der Provence]
  • [Fabaceae:] Medicago lupulina ?? (Hopfenklee, Schneckenklee, Hopfen-Luzerne ??) [wahrscheinlich falsch]

E. tages lebt als einzige europäische Dickkopffalter-Art als Raupe an Schmetterlingsblütlern (Fabaceae = Papilionaceae). In Mitteleuropa werden Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus) und Bunte Kronwicke (Securigera varia [= Coronilla varia]) am häufigsten belegt, dazu kommen an trockenen Standorten Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), im feuchteren Grünland auch Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus [= Lotus uliginosus]) (u. a. jeweils mehrere eigene Beobachtungen in Südwestdeutschland).

Die Eiablage erfolgt an allen diesen Pflanzen in der Regel auf die Blättchen-Oberseite, meist auf das Spitzenblättchen einer Blattfieder oder dessen nächsten Teilblättchen.

Schwiebinger & Bräu (2001) notierten um München auch "Eiablagebeobachtungen auch an Tetragonolobus maritimus" (= Lotus maritimus, Gelbe Spargelerbse) - es blieb die einzige Angabe an dieser Pflanze, auf die Hartmann (2013) für Bayern zurückgreifen konnte. Ein entsprechendes Eifoto aus der Allacher Heide vom 28.5.1995 findet sich auf der Artseite von M. Schwiebinger [Artseite tagschmetterlinge.de Oberbayern von M. Schwiebinger], die Bestimmung der Pflanze erscheint mir alleine nach diesem Bild allerdings nicht ganz zweifelsfrei - insgesamt ist sie sicher plausibel. Mittlerweile konnte ich selbst Eiablage an dieser Pflanze am Fuße des Mont Ventoux in Südost-Frankreich beobachten (dort sonst meist an Lotus corniculatus).

Lafranchis et al. (2015: 53) melden für Frankreich Lotus und Hippocrepis, lokal Securigera varia und noch lokaler im Massif ves Maures (Provence) Eiablage an Dorycnopsis gerardi.

Clarke (2022) nennt auch - unter Berufung auf García-Barros et al. (2013) Anthyllis sp. Es ist davon auszugehen, dass damit Anthyllis gerardi gemeint war, die heute Dorycnopsis gerardi heißt und durch Lafranchis (2011: 96) und Lafranchis et al. (2015: 53) für Frankreich als lokale Eiablagepflanze belegt ist.

Clarke (2022) nennt auch - unter Berufung auf Stefanescu & Lafranchis (2020) - Lotus dorycnium; diese Angabe erscheint plausibel, die Nutzung dieser Pflanze ist aber sicher eher eine Ausnahme.

Für den von Koch (1984) und Tshikolovets (2011) erwähnten Hopfenklee (= Schneckenklee, Hopfen-Luzerne, Medicago lupulina) ist mir hingegen kein konkreter Nachweis bekannt; die Pflanze wächst an vielen Stellen mit eigenen Raupenfunden an den oben genannten Pflanzen ohne dass Spuren an ihr gefunden worden wären. Erhebliche Zweifel sind also angebracht.

Und es gibt auch bemerkenswerte, anscheinend nicht ausrottbare Falschangeben! Ebert & Rennwald (1991) vermerkten: "Mit ziemlicher Sicherheit als Raupennahrung völlig ungeeignet (im Fütterungsversuch wurde weder diese Pflanze noch die Kleine Bibernelle akzeptiert) ist die von Denis & Schiffermüller (1775) "entdeckte", seit mehr als zwei Jahrhunderten durch die Literatur geschleppte und neuerdings auch von Forster (1976), (Higgins & Riley 1978), Blab & Kudrna (1982) und Koch (1984) wiederholte "Futterpflanze" Feld-Mannstreu (Eryngium campestre). Ebenfalls kaum geeignet sein dürfte der unter anderem von Rühl & Heyne (1895) erwähnte Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis = Iberis pinnata)." Wie sich solche Falschangaben nicht nur durch die Jahrhunderte schleppen - Eryngium campestre wird z.B. auch noch von Tshikolovets (2011) mit aufgelistet -, sondern auch noch vermehren konnte, zeigten Gómez Bustillo & Fernández Rubio (1974), nach denen die Raupe in Spanien an "Eryngium campestre, E. tenue y otras umbeliferas" leben soll. Bei Maravalhas (2003) wird für Portugal daraus: "Alimenta-se de ... cardos (Eryngium spp.) ..."

(Autor: Erwin Rennwald)

3.4. Prädatoren

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„ein Enkel des Jupiter.“

Spuler 1 (1908: 77R)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Literatur

4.5. Informationen auf anderen Websites (externe Links)