

+18Kontinente:EUAS1. Lebendfotos
1.1. Falter
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Weibchen
2.3. Genitalien
2.3.1. Männchen
2.3.2. Weibchen
3. Biologie
3.1. Nahrung der Raupe
- [Asteraceae:] Pentanema salicinum [= Inula salicina] (Weiden-Alant)
- [Asteraceae:] Pentanema hirtum [= Inula hirta] (Rauhaariger Alant, Rauer Alant, Rauher Alant)
- [Betulaceae:] Betula sp. ??? (Birke ???)
- [Betulaceae:] Corylus avellana ??? (Gewöhnliche Hasel ???)
- [Betulaceae:] Alnus sp. ??? (Erle ???)
Durch Namens- und Bestimmungs-Wirrwarr anscheinend lange unbekannt! Immerhin: Razowski (2001: 78) macht keine Angabe zur Raupe von E. similana.
Disqué (1905: 240) hatte zu "Epiblema similana Hb" geschrieben: "R. 6 in umgeschlagenem Blattrand an Birken. Sie ist gelblichweiss mit dunkelbraunen Wärzchen. Kopf, Nacken- und Afterschild gelbbraun." Schütze (1931: 62) schrieb dann zum gleichen Taxon "Epiblema similana Hübner": "Raupe Juni bis Juli [...] In bauschig zusammen gezogenen Blättern von Betula, Alnus, Corylus, liebt üppige Büsche mit großen Blättern. Verwandlung in der Erde (Sorhagen). In schotenförmig zusammen gelegten Blättern (Rössler), im umgeschlagenen Blatt (Disqué)." Wichtig: "Epiblema similana Hübner" ist nicht identisch mit Epiblema similana ([Denis & Schiffermüller,], 1775) sondern Synonym zu Epinotia trigonella - und dorthin passen die Angaben auch ! Doch wegen des nomenklatorischen Durcheinanders wurden auch die Nahrungspflanzen beider Arten miteinander vermengt.
Razowski (2001: 85) gibt als Nahrungspflanzen der Raupen von "Epiblema similana ([Denis & Schiffermüller,], 1775)" an: "Betula (Birke), Alnus (Betulaceae), Corylus (Corylaceae) (Hannemann, 1961)." Auch er hat damit irrtümlicherweise die Nahrungspflanzen-Angaben zu "Epiblema similana Hübner" auf "Epiblema similana ([Denis & Schiffermüller,], 1775)" übertragen.
Ob es zu Epiblema similana ([Denis & Schiffermüller,], 1775) zu diesem Zeitpunkt überhaupt irgendeine Primärangabe zur Raupe der "echten" Epiblema similana gab, ist damit sehr fraglich geworden. Dass die Art an den genannten Gehölzen lebt, war schon daher wenig glaubhaft, da fast alle anderen Epiblema-Arten leben als Raupen ausschließlich an Stauden und Kräutern (bes. Asteraceae) leben.
Disqué (1905: 241) führte auf der Seite nach "Epiblema similana Hb" zwei Arten mit Bezug zu Inula salicina an: "obscuraria H. S. 6 u. 7. In der Rheinanlage und auf der badischen Rheinseite. Die bisher noch nicht bekannte R. lebt von 0—4 im untern Stengelteil von Inula salicina. Sie ist gelblichweiss mit hellbraunem Kopf. Nacken- und Afterschild sind wenig bemerkbar und kaum von der Körperfarbe unterschieden." und direkt danach: "trisignana Nolck. 6 — 8. Diese bisher nur auf der Insel Oesel von Nolcken gefundene Art ist seit einigen Jahren gar nicht selten in der Rheinanlage, wo sie mit der vorhergehenden Art um Inula fliegt. Beim Auffinden der R. der obscurana glaubte ich anfänglich die R. der trisignana gefunden zu haben, da diese viel häufiger ist. aber von 9 R. schlüpften 5 obscurana. Trotzdem bin ich überzeugt, dass trisignana auch mit Inula in Verbindung steht."
Und offensichtlich gelang ihm bald danach auch der Raupennachweis für die zweite dieser Arten, denn bei Disqué (1907: 58) ist zu lesen: "Obscurana H. S. 6. 7. R. 7. 10 im untern Stengelteil von Inula salicina. * Trisignana Nolck. 6—8. R. 10 zwischen dem Wurzelwerk von Inula salicina in lockerem Erdgespinnst von wo aus sie die Wurzeln benagt."
Kennel (1921: 582) übernahm das und hatte zu "Epiblema trisignana Nolck." geschrieben: "Die Raupe ist der vorigen ungemein ähnlich, weißlich, der Kopf gelblichbräunlich, das Nackenschildchen von Körperfarbe, die Analklappe kaum ausgezeichnet. Sie wurde gleichfalls von Disqué entdeckt außen an den Wurzeln von Inula salicina, wo sie vom September bis April in einem Gespinst lebt." Und Schütze (1931: 198) schrieb zum gleichen Taxon: "Zwischen dem Wurzelwerk von Inula salicina in lockerem Erdgespinst, von wo aus sie die Wurzel benagt (Disqué). Norddeutschland, Bayern."
Epiblema obscurana fungiert heute unter dem Ersatznamen "Epiblema inulivora".Epiblema trisignana Nolcken, 1870 wurde hingegen zum Synonym von Pelochrista mollitana, einer Art, die nach neuerer Erkenntnis ganz an Centaurea gebunden ist. Aber was waren dann Disqués Raupen an Inula s.l. in der Pfalz ? Nun, ganz einfach eine Art, über die man damals noch wenig wusste: Epiblema similana. Muus (2026: 380) konnte endlich berichten, dass er die Raupen von E. similana an Inula salicina und auch an Inula hirta fand. Und dadurch klären, welche zweite Epiblema-Art Disqué vorliegen hatte.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Abweichende Schreibweisen
- Epiblema similanum ([Denis & Schiffermüller], 1775) [so bei Razowski (2001)]
4.2. Andere Kombinationen
- Tortrix similana [Denis & Schiffermüller], 1775 [Originalkombination]
4.3. Synonyme
- Tortrix fluidana [Denis & Schiffermüller], 1775
4.4. Literatur
- Erstbeschreibung: [Denis, M. & J. I. Schiffermüller] (1775): Ankündung eines systematischen Werkes von den Schmetterlingen der Wienergegend herausgegeben von einigen Lehrern am k. k. Theresianum. 1-323, pl. I a+b, Frontispiz. Wien (Augustin Bernardi). — Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München: [131].
- Disqué, H. (1905): Die Tortriciden-Raupen der Pfalz. — Deutsche Entomologische Zeitschrift "Iris" 17: 209-256. [PDF auf zobodat.at]
- Disqué, H. (1907): Verzeichnis der in der Pfalz vorkommenden Kleinschmetterlinge. — Mitteilungen der Pollichia, eines Naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz, 63 (22): 29-101.[PDF auf zobodat.at]
- Kennel, J. (1908-1921): Die Palaearktischen Tortriciden. Eine monographische Darstellung mit 24 Tafeln im Farbendruck, einer Stammtafel und mehreren Abbildungen im Text. — Zoologica 21 (54): 1-546, 729-742, Stammtafel, Taf. I-XXIV. Stuttgart. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- Muus, T. (2026): Handboek Motten: Alle Microvlinders van Nederland en België. [Deel 1 & Deel 2]. — 788 S.; Utrecht (KNNV Uitgeverij).
- Razowski, J. (2001): Die Tortriciden (Lepidoptera, Tortricidae) Mitteleuropas. Bestimmung - Verbreitung - Flugstandort - Lebensweise der Raupen. — 319 S.; Bratislava.









































