Vorkommen
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Falter
Mine und Befallsbild
Puppe und Kokon
Diagnose
Erstbeschreibung
Inhalt

1. Falter

2. Mine und Befallsbild

3. Puppe und Kokon

4. Diagnose

Hinweis: Sobczyk (2016/2017) meldet "Der Ampfer-Zwergminierfalter Enteucha acetosae (Stainton, 1854) – Wiederfund der weltweit kleinsten Schmetterlingsart in Sachsen". Stonis et al. (2021) fragten erneut "What are the smallest moths (Lepidoptera) in the world?" - und tatsächlich steht auch bei ihnen Enteucha acetosae bzw. Johanssoniella acetosae mit einer Vorderflügellänge von 1,13-1,9 mm bzw. einer Spannweite von 2,65-4,1 mm im Moment mit dem kleinsten publizierten Wert da.

4.1. Erstbeschreibung

5. Biologie

5.1. Nahrung der Raupe

  • [Polygonaceae:] Rumex acetosa (Großer Sauerampfer)
  • [Polygonaceae:] Rumex acetosella (Kleiner Sauerampfer)
  • [Polygonaceae:] Rumex arifolius (Gebirgs-Sauerampfer, Berg-Sauerampfer)
  • [Polygonaceae:] Rumex thyrsiflorus (Straußblütiger Sauerampfer)

Nach Johansson et al. (1990) miniert die Raupe in Blättern von Rumex acetosa, R. acetosella und R. arifolius. Sobczyk (2016/2017) fand die Minen in Rumex acetosa, R. acetosella und R. thyrsiflorus.

6. Weitere Informationen

6.1. Etymologie (Namenserklärung)

Stainton (1854): "The larva mines the leaves of the sorrel in autumn und in July". Demnach ist die Art nach dem Sauerampfer (Rumex acetosa) benannt.

6.2. Andere Kombinationen

6.3. Synonyme

6.4. Taxonomie und Nomenklatur

Nach Koçak (1981: 98-99) schlug Borkowski (1972) vor, die Art aus der Gattung Nepticula herauszunehmen und in die von ihm neu aufgestellte Gattung Johanssonia zu stecken. Koçak (1981: 98-99) bemerkte, dass es schon eine Wurm-Gattung mit diesem Namen gab, weshalb er den Ersatznamen Johanssoniella für die Gattung vorschlug. Nach [http://nepticuloidea.info/nepticuloidea/enteucha] gehört Nepticula acetosae aber nicht in eine Ein-Arten-Gattung, sondern mit 15 weiteren Arten in die Gattung Enteucha, die Meyrick für seine Enteucha cyanochlora aus British Guayana schon 1915 aufgestellt hatte. Borkowskis (1972) Gattung bleibt damit zwar nomem illegitimum, aber ein Ersatzname dafür ist ebenso überflüssig.

Stonis et al. (2018) sehen das gründlich anders und gliedern die kleinsten unter den Nepticulidae rein aufgrund von Genitalunterschieden neu - wodurch die frühere Gattung Nepticula noch weiter aufgesplittert und die Kombination Johanssoniella acetosae wieder ausgegraben würde. Da [http://nepticuloidea.info/nepticuloidea/enteucha-acetosae] dem bisher nicht folgt, hält sich das Lepiforum hier auch zurück.

6.5. Faunistik

Johansson et al. (1990) betonen, dass die Nachweispunkte in Nord- und Mitteleuropa sehr weit auseinander liegen. Sie umfassen aber sowohl das Tiefland als auch die Alpen, wo die an Rumex arifolius lebende Sippe auch schon als eigene Art (Nepticula arifoliella Klimesch, 1940) beschrieben wurde.

Gaedike & Heinicke (1999) führen die Art aus Deutschland nach 1980 nur von Bayern und Brandenburg, vor 1980 von Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg an. Die Angaben aus Bayern sind dabei sehr unsicher, so dass Haslberger & Segerer (2016) die Art in ihrer “Liste der für Bayern zweifelhaften Arten” anführen.

Gaedike et al. (2017) führen die Art aktuell (nach 2000) vom Saarland, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern an, mit älteren Angaben von Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern [sic!], Brandenburg und Thüringen.

Der Kartierungs- und auch der Erfassungsstand scheint hier noch nicht der beste zu sein. So meldet Sobczyk (2016/2017) die Art von mehreren Fundorten in der Oberlausitz in Sachsen. Und die mehrfach publizierten Angaben aus Rheinland-Pfalz scheinen noch gar keinen Eingang gefunden zu haben. Bettag & Bastian (2003) berichten aus der Pfalz: "Griebel meldete 1910 die Art vom Isenachtal als einzigem Fundort. Mit großem Erstaunen konnte die Art nach ca. 80 Jahren und bis heute dort wieder aufgefunden werden. Isenachtal, mittleres Forsthaus. Minen am 14.09.1992 besetzt. Falter schlüpften noch am 01.10. u.02.10. in der Mittagszeit gegen 13.00 Uhr. Minen an Rumex (acetosella) am Rande einer Fichtenschonung in großer Anzahl. Besetzte Blätter meist mit Rotfärbung. Verpuppung außerhalb der Minen am Boden unter Fall-Laub in einem weißlichen Kokon." Der Fundort liegt westlich von Bad Dürkheim im Pfälzerwald.

(Autoren: Erwin Rennwald und Jürgen Rodeland)

6.6. Literatur

6.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)