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Falter
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Männchen
Weibchen
Genitalien ♂
Genitalien ♀
Erstbeschreibung
Habitat
LebendfotosDiagnoseGenitalienBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenSynonymeLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Fraßspuren und Befallsbild

1.3. Puppe

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen

2.3.2. Weibchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Poaceae:] Sesleria albicans [= Sesleria coerulea] (Kalk-Blaugras)
  • [Poaceae:] Sesleria argentea
  • [Poaceae:] Sesleria sadleriana (Ungarisches Blaugras, oder Pannonisches Blaugras)
  • [Poaceae:] Deschampsia cespitosa [= Dechampsia caespitosa] (Rasen-Schmiele)
  • [Poaceae:] Brachypodium sylvaticum (Wald-Zwenke)
  • [Poaceae:] Festuca altissima (Wald-Schwingel)
  • [Poaceae:] Festuca gigantea (Riesen-Schwingel)
  • [Poaceae:] Festuca drymeja (Berg-Schwingel)
  • [Poaceae:] Milium effusum (Flattergras)
  • [Poaceae:] Calamagrostis arundinacea (Wald-Reitgras)
  • [Poaceae:] Calamagrostis hakonensis (Hakone-Reitgras)
  • [Poaceae:] Calamagrostis purpurea subsp. langsdorffii
  • [Poaceae:] Elymus caninus [= Agropyron caninum] (Hunds-Quecke)
  • [Poaceae:] Poa chaixii (Wald-Rispengras)
  • [Poaceae:] Poa remota (Lockerblütigs Rispengras)
  • [Poaceae:] Melica nutans (Nickendes Perlgras)
  • [Poaceae:] Melica uniflora (Einblütiges Perlgras
  • [Poaceae:] Koeleria macrantha ? [= Koeleria cristata ?] (Zierliche Schillergras, Steppen-Schillergras ?)
  • [Poaceae:] Leymus mollis ? [= Elymus mollis ?]
  • [Cyperaceae:] Carex lyngbyei ?

Stainton (1851) wusste in seiner Erstbeschreibung noch nichts zur Lebensweise von Elachistiden-Raupen. Wenige Jahre später konnte er - Stainton (1858: pl. I: fig. 3) - aber eine Zeichung der Raupe und deren Mine in Blaugras (Sesleria ) vorlegen und im Text (S. 58-65) dazu berichten: "VVenn man im Monat Mai die Sesleria coerulea, ein Gebirgsgras, das Kalkboden liebt, untersucht, so wird man wabrscheinlich manche Blätter von der Spitze abwärts minirt finden, und zwar durch ein Räupchen, das in der ziemlich breiten, auffallend weissen, nicht aufgetriebenen Mine seine Excremente in kleinen Häufchen hinter sich lässt. Diese Mine gehört der Raupe von Elachista adscitella an." Und dann zur Lebensweise: "Die Raupe minirt in den Blättern der Sesleria caerulea von der Spitze abwärts. Die Mine zeichnet sich durch ihre weisse Farbe aus, ist nicht aufgetrieben, dabei aber ziemlich breit und enthält die grünlichgrauen Excremente in kleinen Haufen hinter, also oberhalb der Raupe. Diese wandert leicht nach einem frischen Blatte aus. Wenn sie erwachsen ist, verlässt sie ihre Mine und verwandelt sich in eine blass braune Puppe. Nur eine Generation im Jahre ist beobachtet worden, von der die Raupe im Mai frisst, und die Schabe im Juni erscheint. Vielleicht ergeben fernere Nachforschungen, dass eine zweite Generation in vorgerückter Jahreszeit vorkommt. Bei Zürich ist diese Raupe fast so häufig in Aira caespitosa, als in Sesleria coerulea; seltener kommt sie in Brachypodium sylvaticum vor."

Die Angaben aus Zürich hatte Stainton sicher von Frey bekommen, denn Frey (1859: 264) schrieb kurz danach von dort: "Die Raupe unserer Spezies lebt in verschiedenen Grasarten, diese von der Spitze an mit flacher, sehr ansehnlicher, in der Regel weiss erscheinender, Mine bewohnend. Ich traf sie an Aira caespitosa, an Brachypodium sylvaticum, an Sesleria caerulea und zwar im April oder Mai, auch wohl noch zu Anfang des Juni an schattigen Stellen. Wie bei der vorhergehenden Spezies kommen nicht selten zwei Larven in einem Blatte vor. Die Stellen sind Waldränder oder auch ganz dunkle Plätze im Innern der Wälder mit feuchtem oder trockenem Boden. Die Raupe kommt der vorigen Larve nahe; sie hat dieselbe Grundfarbe des Körpers. Der Nackenschild erscheint ebenso gezeichnet. Aber die Färbungen von Kopf, Nackenfleckchen und Aftersegment pflegen dunkler braun zu sein und können geradezu schwarz werden. Die Larve verwandelt sich entfernt von der Mine am Boden zu einer ähnlichen, aber etwas grösseren Puppe, wie sie bei E. Megerlella gefunden wird." Frey (1880: 409) ließ knapp wissen: "M. an Aira caespitosa, Brachypodium sylvaticum und Sesleria coerulea." - es gab also keine neuen Erkenntnisse mehr.

Erst Steuer (1976: 167-168) lieferte wesentliche neuere Erkenntnisse: "In der Umgebung von Bad Blankenburg ist die Art auBerordentlich häufig. Bereits im Oktober oder November finden sich mit Raupen besetzte Minen in Festuca altissima. In den breiten, langen Blättern dieses Grases sieht man oft 2-3 Minen, auch manchmal 2 Raupen in einer Mine. Einige fressen spitzenwärts, andere grundwärts. Der Kot wird immer in den Anfangsteil der Mine zurücktransportiert. Bei günstigem Wetter miniert die Raupe bis Ende Dezember. Nach der Winterruhe wird die alte Mine verlassen und eine neue in einem anderen Blatt angelegt (Abb. 1). Die gleichen Beobachtungen kann man mit Raupen in Milium effusum, Brachypodium silvaticum und Festuca gigantea machen. In Sesleria coerula [sic!] und Deschampsia caespitosa ist die Herbstmine wesentlich kleiner und deshalb auch schwerer zu finden. Die Frühjahrsminen erscheinen nicht vor Ende April und sind dann sehr häufig ab Anfang Mai. Die Raupen fressen oft bis in den Juni hinein. Die Verpuppung erfolgt an der Erde. Die Falter schlüpfen von Ende Mai bis Anfang Juli. [...]. Mit Raupen besetzte Minen einer zweiten Generation konnte ich nie finden." Es folgt die morphologische Beschreibung: "Die Raupe ist ca. 7-8 mm lang. Zahlreiche Pigmentkörner sind in der Cuticula nachweisbar, wodurch ihre olivgrüne, vor der Verpuppung graue Farbe bedingt ist. Auf dem Prothorakalsegment sind seitlich vom Tergit zwei kreisrunde und auf dem 2. und 3. Segment je zwei halbmondformige, pigmentfreie Flecken zu sehen (Abb. 10). Bei den präparierten Raupen (die Methode wurde im I. Teil beschrieben) erscheinen die Sklerite dunkelbraun mit einer wabigen Chitinstruktur. Tergit des Prothorakalsegments 2 breite, an beiden Enden bogenförmig begrenzte Platten, die hinten nach beiden Seiten winklig endende Fortsätze haben. In der wabigen Chitinstruktur zwei kreisrunde, homogene Flecken, die etwas heller erscheinen und nur bei der präparierten Raupe deutlich hervortreten. Sternit : eine dicke, doppelt so lange wie breite Platte mit abgerundeten Ecken und kleinen Einschnitten am oberen und unteren Ende. Im basalen Teil wabige Chitinablagerungen. Tergit des Analsegments nach dem Raupenende zu rund halbmondförmig, proximal einen vorspringenden, stumpfen Winkel bildend. Sternit zwei kleine halbmondförmige Schalen (Abb. 18)."

Die - innerhalb der Süßgräser alphabetisch sortierte - Liste von Kaila (2019: 14) ist lang: "Larval host plant(s): Brachypodium sylvaticum (Hudson) Beauv., Calamagrostis arundinacea (L.) Roth, C. hakonensis Franch. & Sav., C. langsdorffii (Link) Trin., Deschampsia cespitosa (L.) Beauv., Elymus caninus (L.) L., E. mollis R.Br., Festuca altissima All., F. drymeja Mert. & Koch, F. gigantea (L.) Vill., Koeleria cristata Pers, Melica nutans L., M. uniflora Retz, Milium effusum L., Poa chaixii Vill., P. remota Forselles, Sesleria albicans Kit. ex Schultes, S. argentea (Savi) Savi, S. caerulea (L.) Ard. (sensu lato), S. sadlerana Janka (all Poaceae); Carex lyngbyei Hornem (Cyperaceae) (Parenti & Varalda 1994; Stainton 1858b; Steuer 1976; Sugisima 2005c)." Sie enthält also nebe den schon bekannten Waldgräsern noch weitere typische Waldarten Europas (Calamagrostis arundinacea, Festuca drymeja, Melica nutans, M. uniflora, Poa chaixii, Poa remota) und Asiens (Calamagrostis hakonensis, Calamagrostis purpurea subsp. langsdorffii) nur wenige Arten, die meist eher offen wachsen (Sesleria argentea, Sesleria sadleriana, Koeleria macrantha oder gar die Küstenart Leymus mollis. Ob die einzige Angabe zu einem Sauergras - Carex lyngbyei - zutrifft, ist mir ohne Kenntnis der Originalangabe völlig unklar, zumal sich die Areale von Falter und Pflanze komplett oder doch weitestgehend ausschließen. Zweifel erscheinen mir vorerst angebracht.

Schmalblättrige Gräser scheinen von dieser Art nicht genutzt zu werden. Dass in der Liste auch noch eine ganze Reihe typischer, breitblättriger Waldgräser fehlen, mag teilweise an Bestimmungsschwierigkeiten liegen, doch das Fehlen von Dactylis glomerata agg. (hier D. polygama) lässt sich damit nicht erklären. Noch wissen wir auch über diesen verbreiteten Falter längst nicht alles.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Synonyme

4.2. Literatur