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1. Lebendfotos
1.1. Falter
1.2. Ausgewachsene Raupe
1.3. Jüngere Raupenstadien
1.4. Puppe
1.5. Ei
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Weibchen
2.3. Geschlecht nicht bestimmt
2.4. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Habitat
3.2. Nahrung der Raupe
- [Ulmaceae:] Ulmus minor (Feld-Ulme)
Metzner (1845) machte in seiner Erstbeschreibung noch keinerlei Angaben zur Raupe. Bei Forster in Forster & Wohlfahrt (1978: 222) hieß es dann noch vorsichtig: "Die Raupe soll an Silene-Arten leben." Wer dieses Gerücht streute, konnte ich noch nicht klären. Jedenfalls wurde es sehr bald zur zweifelsfreien Wahrheit. Und so steht auch im Standardwerk der Geometroid Moths of Europe - Volume 5 von Skou & Sihvonen (2015: 250) scheinbar unerschütterlich: "Biology: Monophagous. The caterpillar is recorded on Silene (Fajcik 2003, Székely 2011)". Doch beide genannten Quellen lieferten keine Primärangaben, sondern fassten nur das angeblich Bekannte zusammen.
Nach Heiner Ziegler [Lepiforums-Beitrag 31. Oktober 2015] ist die beharrlich durch die Literatur geisternde Angabe "Silene" komplett falsch - das Tier lebt als Raupe an Feld-Ulme (Ulmus minor); eine entsprechende Publikation wurde angekündigt und durch Ziegler (2016) dann auch rasch umgesetzt. Der Autor betont dort, dass die Raupen in seiner Zucht nicht nur Silene ablehnten, sondern sogar Ulmus glabra. Das Erstaunliche: Er verweist auf eine noch ältere Arbeit von Kasy (1957) in der über eine ex ovo-Zucht der Art von Faltern aus der Treska-Schlucht in Nordmazedonien berichtet wird - und auch diese Zucht war erfolgreich mit Ulme durchgeführt worden! Kasy (1957: 2) wörtlich: "Die Raupe frisst Ulme. In der Zucht ergab sich ausser der Sommergeneration auch noch eine partielle dritte Generation,die dieser im Aussehen gleicht. Interessanterweise schlüpften nur die weiblichen Puppen, während die männlichen in Diapause gingen und erst im Frühjahr die Falter ergaben." Diese Notiz scheint in der Folge komplett übersehen worden zu sein.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Etymologie (Namenserklärung)
„tris dreifach, notatus gezeichnet, nach der Fleckenzeichnung der Vorderflügel.“
4.2. Andere Kombinationen
- Geometra trinotata Metzner, 1845 [Originalkombination]
4.3. Faunistik
Nach Skou & Sihvonen (2015) ist die Art in Europa auf dessen Südosten beschränkt (Ungarn, südliche Slowakei, Balkan-Staaten und weiter ostwärts).
Koren (2021) meldete den ersten Nachweis für Kroatien.
SwissLepTeam (2010) teilt zur Schweiz mit: "Bisher lediglich einmal aus dem Tessin gemeldet (Rossorino, 12.07.1954, leg. P. Stoecklin, siehe Bros 1956). Eine östliche Art, ständiges Vorkommen in der Schweiz nicht wahrscheinlich. Eventuell eingeschleppt oder fehletikettiert."
Huemer (2013) vermerkt zu Österreich: "Der für Österreich bisher einzige Beleg aus der Steiermark (Zeltweg, 19.5.1999, leg. Stimpfl) erlaubt keine Rückschlüsse auf die Bodenständigkeit der ansonsten submediterran verbreiteten Art (Habeler, in litt.), und es handelt sich wahrscheinlich um eine passiv verschlepptes Exemplar." Inzwischen sind drei Funde aus Niederösterreich bekannt: am 26. Juli 2020 von Wolfgang Stark (Fotos siehe oben), am 19. Juli 2024 von [Markus Sabor] und am 19. August 2026 von [Gabriele Resch]. Ein weiterer Nachweis aus Österreich gelang [Stefan Kirchweger] im Burgenland am 12. April 2024. Schon Stark (2022) warf die Frage auf, ob sein damals doch sehr frisch wirkender Falter von 2020 in Österreich vor Ort geschlüpft gewesen sein könnte. Spätestens mit den neueren Funden erhebt sich die Frage, ob das alles noch einzelne Einflieger sind, oder ob sich die Art in den Tieflagen im Osten von Österreich eventuell doch schon etabliert hat.
(Autor und Autorin: Erwin Rennwald & Annette von Scholley-Pfab)
4.4. Literatur
- Forster, W. & T.A. Wohlfahrt (1978): Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Achtundzwanzigste Lieferung. — 193-240, Taf.17-20; Stuttgart (Franckh'sche Verlagshandlung, W. Keller & Co.).
- Huemer, P. (2013): Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. — 304 S. (Studiohefte 12); Innsbruck (Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H.).
- Kasy, F. (1957): Eine Lepidopterenausbeute aus der Treskaschlucht bei Skopje in Westmazedonien. — Entomologisches Nachrichtenblatt, 4 (4): 1-4. [PDF auf zobodat.at]
- Koren, T. (2021): New records of the genus Eilicrinia Hübner, 1823 (Lepidoptera: Geometridae) in Croatia. — Entomologia Croatica 20 (1): 1-5. [PDF auf hrcak.srce.hr]
- Erstbeschreibung: Metzner (1845): Bemerkung über Geom. Lapidisaria Freyer und Beschreibung 5 neuer europäischer Spanner. — Entomologische Zeitung 6: 183-189. Stettin.
- Skou, P. & P. Sihvonen (2015): The Geometrid Moths of Europe [A. Hausmann (ed.)]. Volume 5. Subfamily Ennominae I (Abraxini, Apeirini, Baptini, Caberini, Campaeini, Cassymini, Colotoini, Ennomini, Epionini, Gnophini (part), Hypochrosini, Lithinini, Macariini, Prosopolophini, Theriini and 34 species of uncertain tribus association). - 657 S.; (Brill) Leiden.
- SwissLepTeam (2010): Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Schweiz: Eine kommentierte, systematisch-faunistische Liste. — Fauna Helvetica 25. Neuchâtel (CSCF & SEG).
- Stark, W. (2022): Neunachweise von Lepidoptera (Schmetterlinge) für Mitteleuropa, Österreich und Niederösterreich sowie Bestätigungen von seltenen und fraglichen Arten – Ergebnisse der Initiative „Leuchtturmprojekt Schmetterlinge Niederösterreich“. — Naturkundliche Mitteilungen aus den Landessammlungen Niederösterreich, 32: 5-20. [PDF auf zobodat.at]
- Ziegler, H. (2016): Beitrag zur Kenntnis der Biologie von Eilicrinia trinotata (Metzner, 1845) sowie Wertung eines alten Einzelfundes dieser Art im Südtessin (Lepidoptera, Geomedridae). — Atalanta, 47 (1/2): 255-257. [PDF auf zobodat.at]
















































