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Falter
Raupe
Männchen
Weibchen
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Raupennahrungspflanze, Befalls-Spuren
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen
2.3.2. Weibchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Raupennahrungspflanze, Befalls-Spuren

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Asparagaceae:] Hyacinthoides non-scriptus [= Endymion non-scriptus] (Atlantisches Hasenglöckchen)
  • [Asparagaceae:] Ornithogalum nutans (Nickender Milchstern)
  • [Asparagaceae:] Scilla spec. (Blaustern)
  • [Amaryllidaceae:] Allium ursinum (Bärlauch)
  • [Asteraceae:] Leucanthemum vulgare ? (Margerite, Gewöhnliche Wucherblume ?)
  • [Ericaceae:] Vaccinium ? (Heidelbeere ?)
  • [Salicaceae:] Salix ? (Weide ?)

Gut belegt sind Raupenfunde an Blüten des Atlantischen Hasenglöckchens (siehe z.B. [Foto auf ukmoths]). Die Nutzung anderer Vertreter der gleichen Familie (Milchstern und Blaustern) mit ganz ähnlicher Blütezeit und vergleichbaren Ansprüchen ist damit plausibel. Wie gut die immer wieder angeführten Margeriten, Weiden und Heidelbeeren abgesichert sind, kann hier nicht beurteilt werden.

Die Angaben zu Allium ursinum beruhen auf dem synonymisierten Taxon Eana freii.

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Taxonomie

Schon länger war hier zu lesen: "Wahrscheinlich ist hier die noch getrennt behandelte Eana freii als Synonym einzubeziehen, da sie sich weder morphologisch, noch im Barcode von E. incanana unterscheidet (Huemer & Hebert 2015). Auch die Nahrungspflanze der Raupe (ausschließlich Allium ursinum (Bärlauch, Familie Amaryllidaceae)) ist hier kein gutes Argument für die Bewertung als Art." Diese Synonymisierung ist jetzt endlich auch formal erfolgt.

Das Taxon "Cnephasia freii", bzw. dann "Eana freii", wurde von Weber (1945: 359) aus der Schweiz beschrieben. SwissLepTeam (2010) kannten aus der Schweiz nur (diese) Literaturangaben aus dem Jura und dem Mittelland und kommentierten bereits: "... ist möglicherweise nur ein Synonym von 4450 E. incanana ...". Huemer & Mayr (2000) meldeten den Erstnachweis von "Eana freii" für Vorarlberg und damit auch für Österreich. Huemer (2013) fasste dann für Österreich zusammen: "Die monophag an Bärlauch (Allium ursinum) lebende Art ist taxonomisch noch unzureichend untersucht, und es handelt sich möglicherweise um ein Synonym von E. incanana, von der sie sich nach unpublizierten DNA Barcodes nicht unterscheidet. Die bisher einzigen Meldungen für Österreich stammen aus Vorarlberg (Nüziders, Tschalengaau E, 500 m, 25.6.1998, leg. Huemer; Koblach, Schloßberg N, 420 m, 27.6.1999, leg. Huemer) (Huemer & Mayr, 2000)." Huemer & Hebert (2015) wiesen erneut auf die völlige Übereinstimmung im Barcode von Eana incanana und "E. freii" hin und schrieben dazu: "[...] Eana incanana und E. freii, deren Artstatus im wesentlichen nur durch unterschiedliche Raupenfutterpflanzen begründet ist und mangels morphologischer und genetischer Differenzen bezweifelt werden muss."

Eine formale Synonymisierung wurde zunächst nicht vorgenommen. Ich stellte fest: "Betrachtet man das für E. incanana angeführte Nahrungsspektrum der Raupe, fällt die extreme Bandbreite an genutzten Pflanzen auf, neben verschiedenen Asparagaceae werden dort auch einzelne Salicaceae, Vacciniaceae und Asteraceae genannt. Der für E. freii als einzige Nahrungspflanze genannte Bärlauch gehört zu den Amaryllidaceae und damit ebenso wie die Asparagaceae zur Ordnung der Asparagales - der Sprung vom Hasenglöckchen zum Bärlauch dürfte wesentlich kleiner sein als der vom Hasenglöckchen zur Margerite oder zur Weide. Die Nutzung von Bärlauch als Nahrungspflanze kann daher kaum als Argument für eine Artberechtigung von E. freii herangezogen werden."

Die überfällige formale Synonymisierung erfolgte durch Huemer et al. (2021: 8). Die Begründung dafür wird hier vollständig wiedergegeben: "Cnephasia freii wurde nach einer unbestimmten Anzahl von Exemplaren beschrieben und ein Falter abgebildet (Weber 1945). Details zum Typenmaterial fehlen jedoch in dieser Arbeit versehentlich und wurden erst von Sauter (1960) nachgeliefert. Demnach stammt der Typus aus einem Buchenwald bei Leimbach (Zürich) mit reichlich Bärlauch (Allium ursinum). Aus dieser Pflanze wurde die Art von Dr. M. Frey-Sulzer bereits zuvor erstmals gezüchtet und zwar vom Sihlwald (Zürich). Weitere Funde wurden kaum bekannt und umfassten neben der Schweiz (SwissLepTeam 2010) lediglich zwei Lokalitäten in Vorarlberg (Huemer & Mayr 2000), wobei die Bestimmung des Materials sich am häufigen Bärlauch orientierte. Sauter (1960) rekombinierte die Art in der Gattung Eana und verwies bereits auf die nächste Nähe oder Konspezifität zu Eana incanana, ohne jedoch eine formale Synonymisierung vorzunehmen. Während vereinzelte Autoren wie Kuznetsov (1994) beide Taxa als Synonyme behandelten, wurde Eana freii von Razowski (2002), dem SwissLepTeam (2010) oder Huemer (2013) bis zum Vorliegen weiterer Befunde als zweifelhafte Art mit maximal geringfügigen Unterschieden in den Genitalien sowie der unterschiedlichen Futterpflanze angesehen. Da jedoch Eana incanana eine breite Palette unterschiedlichster Raupennahrungspflanzen nutzt und die von Razowski (2002) beschrieben minimalen Genitalunterschiede einer intraspezifischen Variationsbreite unterliegen, wird Eana freii hier als jüngeres Synonym von Eana incanana eingezogen. Untermauert wird diese Annahme durch die völlige genetische Übereinstimmung beider Taxa (Huemer & Hebert 2015) (Abb. 8)."

(Autor: Erwin Rennwald)

4.4. Literatur

4.5. Informationen auf anderen Websites (externe Links)