Version 67 / 75 vom 9. März 2021 um 10:36:12 von Jürgen Rodeland
< 66 67 68 > Neueste Version anzeigen Alle Versionen
VorkommenLinks (1)Fundmeldungen
Länder:EE+29Kontinente:EUASAFNASAOC
Falter
Eiablage
Raupe
Puppe
Ei
Erstbeschreibung
Habitat
Raupennahrungspflanzen
Inhalt

1. Falter

2. Eiablage

3. Raupe

4. Puppe

5. Ei

6. Diagnose

6.1. Falter

D. plexippus kann in Europa und Nordafrika mit D. chrysippus verwechselt werden. Anhand seiner kräftig schwarz gezeichneten Flügeladern ist D. plexippus aber leicht zu unterscheiden.

6.2. Ähnliche Arten

D. chrysippus

6.3. Erstbeschreibung

6.4. Bezug einer Indikation

Sloane (1725), Digitalisat auf archive.org: [214], [pl. 239 mit figs. 5-6]

7. Biologie

7.1. Habitat

7.2. Lebensraum und Lebensweise

Auf den Kanarischen Inseln und Madeira sowie auf der Iberischen Halbinsel ist D. plexippus eine Art von Parks und Gärten der tieferen Lagen. Er fliegt in erster Linie dort, wo die Nahrungspflanzen seiner Raupen wachsen. Dies sind vor allem Asclepias curassavica und Gomphocarpus fruticosus. Als Wanderfalter kann die Art aber überall angetroffen werden. Dies trifft vor allem für die Britischen Inseln und Irland zu, wo der Monarch in manchen Jahren von Herbststürmen über den Atlantik verdriftet, in nicht geringer Anzahl an der Festlandsküste, sowie auf den Scilly- und Kanalinseln beobachtet werden kann.

In Nordamerika ist D. plexippus ein berühmter Wanderfalter. Er fliegt alljährlich im Spätsommer und Herbst quer durch Noramerika zu seinen Überwinterungsgebieten in den Bergen Mexikos und im nächsten Frühjahr wieder zurück in den Süden der USA. In Mexiko überwintern die Falter in großer Anzahl dichtgedrängt in den Bäumen. Ganz anders verhält sich der Falter an der Ostküste der USA. Von den dortigen Populationen stammen auch die auf den Makaronesischen Inseln und im Süden der Iberischen Halbinsel heimisch gewordenen Tiere ab. An der amerikanischen Atlantikküste wandert der Falter zwar ebenfalls im Spätjahr nach Süden, bis Kuba, Florida, Louisiana und Texas, überwintert dort aber nicht inaktiv sondern pflanzt sich den Winter über fort. Im Frühjahr treten die Tiere dann erneut die Nordwanderung an, sodass den Sommer über in den Winterfluggebieten nur wenige Einzelfalter anzutreffen sind. Demgegenüber haben die Populationen der Kanaren und Madeiras offensichtlich einen geringeren Wandertrieb, denn dort sind die Tiere auch den Sommer über in Anzahl anzutreffen. Dass sie aber auch in geringerem Maße noch nach Norden wandern, darauf weisen die Populationen hin, die sich im Süden der Iberischen Halbinsel ansiedeln konnten. Und auch in Südengland werden immer einmal wieder Falter im Mai angetroffen. Dort kann die Art jedoch mangels Raupennahrungspflanze nicht heimisch werden.

7.3. Raupennahrungspflanzen

8. Weitere Informationen

8.1. Andere Kombinationen

8.2. Unterarten

8.3. Faunistik

Dieser klassische Wanderfalter des nordamerikanischen Kontinents wird in manchen Jahren über den Atlantik nach Westeuropa verdriftet und immer wieder von den Britischen Inseln, z.T. auch von den Niederlanden gemeldet. Ob es sich bei den Meldungen aus Deutschland auch um verdriftete Exemplare handelt, dürfte fraglich sein. Wahrscheinlicher ist die Herkunft aus Zuchten, da die Art in Schmetterlingshäusern sehr beliebt ist.

Bodenständig ist die Art in unserem Bearbeitungsbereich nur auf den Azoren, Kanaren und Madeira, mittlerweile wohl auch in den Küstenbereichen von Portugal und Südspanien.

8.4. Nomenklatur

Opinion 282 der ICZN [= Hemming (1954)] legt den von Clark (1941: pl. 71 fig. 1) illustrierten Falter sowie das dazugehörige Präparat im United States National Museum, dessen Genitalien mit "W.D.F.[ield]" bezettelt sind, als Neotypus fest. Der Name plexippus Linnaeus, 1758 wird unter der Nummer 111 in die "Official List of Specific Names in Zoology" aufgenommen.

8.5. Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat von D. plexippus ist Mittelamerika und das südliche Nordamerika, nördlich bis in den Süden Kanadas. Im 19. und 20. Jahrhundert konnte sich die Art zudem in Australien, Neuseeland und einigen Inseln des Südpazifiks nördlich bis Hawaii, in Indien und von dort aus südlich bis Reunion und Mauritius, auf den Azoren, Madeira und den Kanaren, sowie von dort aus im Süden Portugals und Spaniens etablieren. Auf den Kanarischen Inseln ist D. plexippus am zahlreichsten auf Teneriffa anzutreffen. Auf den anderen Inseln tritt sie in wechselnder Häufigkeit auf, ist aber - mit Ausnahme von Lanzarote - wohl auch schon dauerhaft etabliert. Dies gilt auch für Madeira und zunehmend für die Azoren. Verdriftete Tiere werden im Spätsommer und Herbst immer wieder an den Küsten Westeuropas, speziell in Südengland und Südwestirland angetroffen.

Bei einigen wenigen Falternachweisen aus Deutschland bleibt unklar, ob es sich um das Ergebnis großräumiger Verdriftungen handelt oder um entflogene Zuchtfalter.

Gleiches gilt für einen Falter aus Vorarlberg (Österreich: "Sulzberg – Thal, Herberg, 578 m SH: 03.08.2019 (1 Ex.), phot. & det. Walter Schneider, conf. Klaus Zimmermann, JGF, PH") zu dem Huemer et al. (2021: 5) schreiben: "migrierende Falter (wohl zumeist aus Nordamerika) erreichen regelmäßig die Britischen Inseln, ganz selten Mitteleuropa. Der Ursprung des Vorarlberger Fotobeleges bleibt rätselhaft – es könnte sich auch um einen Gefangenschaftsflüchtling handeln, da die Art gerne in Schmetterlingshäusern gehalten und gezüchtet wird und der beobachtete Falter frisch wirkt."

8.6. Literatur

  • Clark, A. H. (1941): Notes on some North and Middle American Danaid Butterflies. — Proceedings of the United States National Museum 90: 531-542, pl. 71-74. — Digitalisat auf www.archive.org: [533], [pl. 71].
  • Neotypus-Festlegung: Hemming, F. [ed.] (1954): Opinion 282. — Opinions and Declarations Rendered by the International Commission on Zoological Nomenclature 6 (14): 225-268, 1 pl. London.
  • van der Heyden, T. (2009): Bemerkungen zur Ausbreitung und Verbreitung von Danaus-Arten auf den atlantischen Archipelen der Azoren, der Kanaren und von Madeira (Lepidoptera: Nymphalidae, Danainae). — Atalanta 40: 403-405 [PDF auf zobodat.at].
  • Huemer, P., Hiermann, U., Mayr, T. & J.G. Friebe (2021): Ergänzungen und Korrekturen zur Schmetterlingsfauna (Lepidoptera) Vorarlbergs. — inatura – Forschung online, 83: 1-11. [PDF auf inatura.at]
  • Erstbeschreibung: Linnaeus, C. (1758): Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. 1-824. Holmiae (Laurentius Salvius).
  • Ross, G. N. (1998): Monarchs offshore in the Gulf of Mexico. — Holarctic Lepidoptera 5 (2): 52 [PDF auf troplep.org].
  • Bezug einer Indikation in der Erstbeschreibung: Sloane, H. (1725): A Voyage To the Islands Madera, Barbadoes, Nieves, St Christophers, and Jamaica; with the Natural History of the Herbs and Trees, Four-footed Beasts, Fishes, Birds, Insects, Reptiles, &c. Of the last of those Islands. To which is prefix'd, An Introduction, Wherein is an Account of the Inhabitants, Air, Waters, Diseases, Trade, &c. of that Place; with some Relations concerning the Neighbouring Continent, and Islands of America. Illusatrated with The Figures of the Things described, wich have not been heretofore engraved. In large Copper-Plates as big as the Life. Vol. II: I-XVIII, div. pl., 1-499, pl. 157-274. London.
  • Wiemers, M. (1995): The butterflies of the Canary Islands - A survey on their distribution, biology and ecology (Lepidoptera: Papilionoidea and Hesperioidea). — Linneana Belgica 15: 87-118 [PDF auf researchgate.net].

8.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)