Vorkommen
Länder:+3Kontinente:EUAS
Falter
Geschlecht nicht bestimmt
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

2.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Pinaceae:] Abies alba (Weiß-Tanne)

Schütze (1931: 33) betont zur Raupe: "Lebt ausschließlich auf der Weißtanne und befällt vorzugsweise Stangen- und Baumhölzer. Jungwüchse und Unterwuchs bleiben bei normalem Auftreten des Wicklers verschont, werden aber bei Massenauftreten auch befressen. Isoliert stehende Bäume und Randbäume werden bevorzugt. Raupe befrisst im Juni die jungen Nadeln der Maitriebe und überzieht letztere mit einem lockeren, röhrenförmigen Gespinst. Die Nadeln werden vielfach an der Basis abgebissen und ganz verzehrt oder bloß an den Rändern benagt. Außerdem vergreift sie sich mitunter auch an der Epidermis der jungen Triebe; diese krümmen sich dann, werden rot und zuletzt dunkelbraun. Ihr krankhafter Zustand macht sich besonders bemerkbar, wenn Regen und Wind die Gespinste abgelöst haben. Im Laufe des Sommers fallen die noch an ihnen befindlichen Nadeln bzw. Nadelreste ab, mitunter sogar die benagten Triebteile. Bei starkem und wiederholtem Fraße bekommen die Kronen eine die Beschädigung schon aus der Ferne verratende braune Färbung. Das Schadenbild erinnert an Frostschaden. — Der Wickler ist besonders in Gebirgswaldungen zu finden, kommt aber auch im Hügelland vor. Die Raupe ist schon mehrfach als arger Forstschädling aufgetreten, dazu nur ein Beispiel: Nach Wachtl beziffert sich der Einschlag infolge des Wicklerfraßes in Niederösterreich, Mähren und Schlesien 1877 auf 131 936 Festmeter (Heß-Beck)."

In krassem Gegenstand zu diesen Häufigkeitsangaben bei Schütze steht, dass wir bis heute kein Raupenfoto zeigen können und aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nicht einmal ein Falterfoto!

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Faunistik

Nach Gaedike & Heinicke (1999) in Deutschland nur mit Angaben von vor 1980 aus Hessen und Baden-Württemberg bekannt, mit Angaben von vor 1900 auch aus Bayern. Dort wurde die Art von Pröse et al. (2003)[2004] mit "0 - ausgestorben oder verschollen" für die Region "Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten" in die Rote Liste aufgenommen. Es ist zu befürchten, dass die Art in Deutschland ausgestorben ist.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Literatur

  • Gaedike, R. & W. Heinicke (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Entomofauna Germanica 3). — Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 5: 1-216.
  • Erstbeschreibung: Hübner, J. [1796-1834]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 7: pl. 1-53.
  • Pröse, H., Segerer, S. & H. Kolbeck (2003)[2004]: Rote Liste gefährdeter Kleinschmetterlinge (Lepidoptera: Microlepidoptera) Bayerns. — S. 234-268. In: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (2003)[2004]: Rote Liste gefährdeter Tiere Bayerns. — Schriftenreihe Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Heft 166. 384 S., Augsburg. [Hinweis: Im Heft steht als Erscheinungsjahr "2003" - tatsächlich wurde es aber erst am 2. April 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt] [PDF auf lfu.bayern.de].
  • [SCHÜTZE (1931): 32-33]