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Falter
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Erstbeschreibung
LebendfotosDiagnoseBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenAndere KombinationenSynonymeFaunistikLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Weibchen

2.2. Geschlecht nicht bestimmt

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Betulaceae:] Betula nana (Zwerg-Birke)
  • [Ericaceae:] Vaccinium uliginosum ?? (Moorbeere, Sumpf-Heidelbeere ??)

Gregersen & Karsholt (2022: 424) zitieren aus der Raupenbeschreibung von Benander (1928: 73) und schreiben dann zur Raupennahrung: "Host-plant. Betula nana and probably also B. pendula and Rubus chamaemorus. The larva lives in a folded leaf which is nibbled from the inside; it hibernates in the larval habitation and pupates in early spring (Benander op. cit.). The habitats in Fennoscandia are usually peat bogs and open tundra with Rubus chamaemorus. In the Alps the larva is considered to be polyphagous, preferring Vaccinium uliginosum (Burmann (1977: 138)." doch Burmann (1977: 138) hatte das vorsichtig formuliert: "Für unsere alpinen Lebensräume dürfte eine andere oder mehrere Futterpflanzen der wohl polyphagen Raupe in Betracht kommen (z.B. Vaccinium uliginosum)." Er kannte die Raupe alos nicht.

Rapp (1936: 24) meldete aus dem Harz von einem "Moor bei Oderbrück" ein Weibchen und schrieb weiter: "daselbst fand ich am 9.7.1925 zwei Raupen zwischen 2 Blättern von der Rauschbeere, Vaccinium uliginosum L. eingesponnen, die vermutlich zu dieser Art gehören. Sie waren der Raupe der G. atriplicella F. ähnlich, aber größer, oben graugrün, Oberseite rötlich mit heller Rücken- und Seitenlinie, auf jedem Segment rechts und links der Rückenlinie hatte sie dunkle, warzenförmige Punkte in bestimmter Anordnung; meist je 2 hintereinander und nach außen zu noch 2 nebeneinander." Diese Raupenbeschreibung passt nur bedingt zu der Benanders, so dass unklar ist, ob Rapp wirklich die Raupe dieser Art vor sich hatte.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Faunistik

Nach Gaedike & Heinicke (1999) in Deutschland nur mit Angaben von vor 1980 aus Sachsen und Bayern bekannt. In Bayern wurde die Art von Pröse et al. (2003) mit "0 - ausgestorben oder verschollen" für die Region "Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten" und mit "G - Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt" für die Region "Alpenvorland und Alpen" in die Rote Liste aufgenommen. In den Beiträgen zur bayerischen Entomofaunistik der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V. (2011) wird über den Fund eines Weibchens im Stangenfilz, NP Bay. Wald, Lkr. Freyung-Grafenau am 23.VI.2010 berichtet (leg. Ernst Lohberger, det H. Kolbeck et P. Lichtmannecker). Dazu heißt es: " ... In der Roten Liste fehlt der Hinweis auf ein Vorkommen dieser Art im Ostbayerischen Grundgebirge. Da Chionodes viduella allerdings im benachbarten Tschechien (Nationalpark Šumava) und in Oberösterreich gefunden wird, war der Nachweis im Nationalpark Bayerischer Wald durchaus zu erwarten. In einer aktuellen Ausbeute von Ernst Lohberger konnte Helmut Kolbeck das Exemplar entdecken. Somit ist nun das Vorkommen dieser Art in Ostbayern gesichert." (Dank an Thomas Guggemoos für die Information)

Der unter Bild 3 gezeigte Falter ist wohl der Erstnachweis für Baden-Württemberg.

4.4. Literatur

  • Arbeitsgemeinschaft Microlepidoptera in Bayern (2011): Neue Ergebnisse in der bayerischen Kleinschmetterlingsfaunistik - 2. Beitrag (Insecta: Lepidoptera) — Beiträge zur bayerischen Entomofaunistik 11: 1-8.
  • Benander, P. (1928): Svensk Insektfauna 10. Fjärilar. Lepidoptera II. Småfjärilar. Microlepidopera 1. Familjen Gelechiidæ: 1-97, pl. I-VII. [Sekundärzitat]
  • Burmann, K. (1977): Gelechiiden aus Gebirgslagen Nordtirols (Österreich) (Insecta: Lepidoptera, Gelechiidae). — Berichte des naturwissenschaftlichen-medizinischen Verein Innsbruck, 64: 133-146. [PDF auf zobodat.at]
  • Erstbeschreibung: Fabricius, J. C. (1794): Entomologia systematica emendata et aucta. Secundum classes, ordines, genera, species adjectis synonimis, locis, observationibus, descriptionibus 3 (2): 1-349. Hafniae (C. G. Proft, Fil. et Soc.). — Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München: [299].
  • Gaedike, R. & W. Heinicke (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Entomofauna Germanica 3). — Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 5: 1-216.
  • Gregersen, K. & O. Karsholt (2022): The Gelechiidae of North-West Europe. — 939 pp., Oslo, Norway (Norwegian Entomological Society).
  • Pröse, H., Segerer, S. & H. Kolbeck (2003)[2004]: Rote Liste gefährdeter Kleinschmetterlinge (Lepidoptera: Microlepidoptera) Bayerns. — S. 234-268. In: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (2003)[2004]: Rote Liste gefährdeter Tiere Bayerns. — Schriftenreihe Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Heft 166. 384 S., Augsburg. [Hinweis: Im Heft steht als Erscheinungsjahr "2003" - tatsächlich wurde es aber erst am 2. April 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt] [PDF auf lfu.bayern.de].