

+9Kontinente:EU1. Lebendfotos
1.1. Falter
1.2. Ausgewachsene Raupe
1.3. Jüngere Raupenstadien
1.4. Fraßspuren und Befallsbild
1.5. Puppe
2. Biologie
2.1. Lebensweise
Die Raupe miniert anfangs in Blättern von Rainfarn (Tanacetum vulgare). Die Gangmine nimmt zum Schluss einen Blattzipfel nahezu vollständig ein und ist an einer feinen schwarzen mittigen Kotlinie zu erkennen (siehe Befallsbild 1). Nach dem Verlassen der Mine häutet sich die Raupe letztmalig, und zwar in einem auffälligen rundlichen weißen Kokon auf der Blattoberseite (siehe Bild unter "jüngere Raupenstadien"). Danach lebt sie bis zur Verpuppung frei auf der Blattoberseite, wo sie nur die obere Blattepidermis befrisst. Zurück bleiben bräunliche Blattzipfel (siehe Raupenbild 6). Während dieser kurzen Zeit können die Raupen aus Rainfarnbeständen geklopft werden, mitunter in beträchtlicher Zahl.
Zur Verpuppung fertigt die Raupe an der Nahrungspflanze einen gerippten Kokon an.
(Heidrun Melzer) [Text bis zum 18. August 2026 unter "Bucculatrix humiliella abgelegt]
2.2. Habitat
2.3. Nahrung der Raupe
- [Asteraceae:] Tanacetum vulgare [= Chrysanthemum vulgare] (Rainfarn)
Nach Tokár (2026) unterscheiden sich Bucculatrix humiliella und die neu beschriebene Bucculatrix tanaceti streng anhand ihrer Raupennahrungspflanzen. B. humiliella lebt an Schafgarbe (Achillea millefolium), B. tanaceti an Tanacetum vulgare (Rainfarn). Da alle unsere Raupen-, Puppen- und Lebendfalter-Bilder von "B. humiliella" durch Raupenzuchten von Heidrun Melzer an Tanacetum vulgare zustande kamen, waren die Bilder alle zur neu beschriebenen B. tanaceti zu verschieben. Nach derzeitiger Kenntnis lebt B. tanaceti monophag an Tanacetum vulgare.
(Autor: Erwin Rennwald)
2.4. Parasitoide
3. Weitere Informationen
3.1. Etymologie (Namenserklärung)
Tokár (2026: 70) erklärt seine naheliegende Namenswahl: "The specific name tanaceti, a noun in the genitive case, is derived from Tanacetum vulgare, the host-plant of the larvae of the new species."
3.2. Taxonomie und Faunistik
"Bucculatrix humiliella" gehörte zu den Arten mit zwei weit (ca. 5 %) auseinander liegenden COI-Barcodes. Tokár (2026) ging dieser Sache akribisch auf den Grund und stellte fest, dass die beiden Barcodes für zwei zu trennende Arten standen, die sich nicht nur anhand der Genitalien beider Geschlechter unterscheiden lassen, sondern die auch unterschiedliche Raupennahrungspflanzen nutzen.
Leider gab Herrich-Schäffer, G. A. W. („1853-1855“) [1847-1855] für seine B. humiliella keinen Fundort an. Auch das Typenmaterial trägt keine Fundort-Etiketten.Tokár (2026) überprüfte alle Synonyme von "B. humiliella" auf mögliche Übereinstimmung mit der neuen Art - doch keiner dieser Namen passte zu B. tanaceti. Dies überrascht, ist B. tanaceti doch nach dem bisherigen Eindruck die in Europa häufigere Art aus dem Artenkomplex. Für nicht wenige Länder ist jetzt zu fragen, ob es "die echte" B. humiliella dort überhaupt gibt.
Locus typicus von B. tanaceti ist "Slovakia, Michalovce, Biela hora, 120 m. Bei Tokár (2026: 68) ist dann zur Verbreitung zu erfahren: "Distribution. Bucculatrix tanaceti sp. nov. is currently known from scattered localities ranging from central France through central Europe to southern Finland and the Baltic States in the north-east, the Southern Ural in the east, and the Balkans in the south-east." Doch es geht weiter: "In addition to the countries listed in the taxonomy section (Austria, Bulgaria, Czechia, Finland, France, Latvia, North Macedonia, Russia, Slovakia, and Ukraine), it undoubtedly occurs in Germany (Saxony, Dübener Heide near Doberschütz, leg. H. Melzer, under B. humiliella (Lepiforum 2026)) and Hungary (KLIMESCH (1956): Kis-Balaton area near Vörs; and very probably also FAZEKAS et al. (2012): Dombóvár, Gunaras, under B. humiliella). The species has been recorded from sea level (Finland: Virolahti) up to an elevation of more than 1600 m (North Macedonia: Galičica Karst)."
3.3. Typenmaterial
Tokár (2026: 62) informiert zum Holotypus: "Slovakia, Michalovce, Biela hora, 120 m (48°46'22"N, 21°55'33"E), ex larva 6.x.2022, ♀, larva 10.ix.2022, DNA sample TLMF Lep 38648, leg. Z. Tokár, in coll. Z. Tokár (to be deposited in NMPC)." Die sehr lange Serie von Paratypen stammt aus der Slowakei, Österreich (Burgenland, Niederösterreich, Kärnten), Bulgarien, Tschechien, Finnland (Karelia australis, Virolahti,), Frankreich (Centre-Val de Loire, Indre-et-Loire, Bléré, Pelouses de Vezon, 81 m), Lettland, Nordmazedonien, Russland (-Ural, Chelyabinsk district, Troitsky Nature Reserve near Berlin village) und der Ukraine (Odesa Oblast, Kiliya raion, Vylkove, 1 m).
(Autor: Erwin Rennwald)
3.4. Literatur
- Erstbeschreibung: Tokár, Z. (2026): Bucculatrix tanaceti sp. nov., an overlooked cryptic species separated from the Bucculatrix humiliella Herrich-Schäffer, [1855] species complex (Lepidoptera, Bucculatricidae). — Entomofauna carpathica, 38 (1): 59-76. [zum PDF auf entomospol.sk]







































