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Geschlecht nicht bestimmt
Erstbeschreibung
LebendfotosFalterDiagnoseBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenSynonymeTaxonomie und FaunistikTypenmaterialPublikationsjahr der ErstbeschreibungLiteraturInformationen auf anderen Websites (externe Links)

1. Lebendfotos

1.1. Falter

[Hinweis: Alle bisher hier gezeigten Lebendbilder von Raupen, Puppen und Faltern aus den Zuchten an Tanacetum vulgare wurden am 18. August 2026 zur neu beschriebenen Bucculatrix tanaceti verschoben.]

2. Diagnose

2.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Erstbeschreibung

Darin indizierte Abbildung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Asteraceae:] Achillea millefolium (Gewöhnliche Schafgarbe)

Für "Bucculatrix humiliella" wurden bisher zwei Nahrungspflanzen genannt: Tanacetum vulgare und Achillea millefolium. Wie Tokár (2026) zeigen konnte, gehören die Raupen an Tanacetum vulgare aber zu einer bis dahin unbeschriebenen Art: Bucculatrix tanaceti. Die Datenlage zu den verbleibenden Angaben an Achillea millefolium agg. ist eher dünn, denn an jener Pflanze lebt nachweislich auch noch Bucculatrix cristatella. Abgesichert erscheint mir diese Pflanze durch die Angaben aus Skandinavien von Bengtsson in Bengtsson & Johansson (2011: 71-72) und durch die Angaben zu "Bucculatrix merei aus Schottland. Wahrscheinlich dürften auch die Funde in höheren Lagen der Schweiz oder sonst in den Alpen auf Achillea millefolium agg. oder Arten der gleichen Gattung beruhen.

Auch aus Deutschland liegt eine Angabe zu Achillea millefolium vor, und sie stammt aus der Umgebung von Regensburg, also vom Typenfundort oder dessen Umgebung. Zunächst gab es noch keine Angaben zur Biologie. Wahrscheinlich war also Schmid (1887: 187) der erste, der hier berichten konnte: „R. an Achillea millefolium“. Und seine Beobachtungen erfolgten möglicherweise sogar an einem der Typenfundorte (Weinting und Gebraching), denn unter seinen drei Fundorten – „Tegernheimerkeller, Weinting, Hohengebraching“ – gibt es nur einen neuen. Und wenn der Raupenfundort doch beim Tegernheimer Keller erfolgte, dann liegt das nur wenige Kilometer von Weinting entfernt.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Synonyme

4.2. Taxonomie und Faunistik

Herrich-Schäffer ([1853]: Tineides pl. 108 fig. 859) nannte keinen Fundort und auch das noch vorhandene Typenmaterial (s.u.) kennt kein Fundort-Etikett. Doch in der Erstbeschreibung von Herrich-Schäffer ([1855]: 340) heißt es ganz klar: "Bei Regensburg im Mai in verschiedenen Gegenden im Grase." Und wir dürfen davon ausgehen, dass die quasi zeitgleich erschienene Publikation von Hofmann & Herrich-Schäffer (1855: 146) dieses "bei Regensburg" noch weiter präzisiert: "1606. Humiliella HS. Bei Weinting und Gebraching. Ende Mai, Anfang Juni in niederem Gesträuch.“ Aus Deutschland kam danach durch Schmid (1887: 187) nur noch ein weiterer Fundort dazu: "Tegernheimerkeller". Der Tegernheimer Keller fast direkt am Stadtrand von Regensburg und nur wenige Kilometer entfernt von Weinting war damals ein sehr beliebtes Ausflugslokal (nicht nur) bei Entomologen. Der letzte Nachweis aus der Umgebung von Regensburg stammt von 1874. Die späteren vermeintlichen "Wiederfunde" für Deutschland in Sachsen (ab 1983, siehe Sobczyk et al. (2018: 156)), Brandenburg und dem Saarland erwiesen sich nach der Abtrennung von Bucculatrix tanaceti durch Tokár (2026) alle als zu jener Art gehörend. Wir haben also in Deutschland eine schon mehr als 150 Jahre nicht mehr registrierte Art des mageren Grünlandes (B. humiliella) und eine möglicherweise erst nach 1980 eingewanderte und noch in Expansion befindliche Ruderalart (B. tanaceti), die bisher vermengt waren.

Klemensiewicz (1899) beschrieb seine Bucculatrix fatigatella var. obscurella aus Polen (Załubińcze, p. Nowy Sącz). Bucculatrix capreella wurde von Krogerus (1952: ) aus Finnland (Punkasalmi und Sääksmäki) beschrieben. Bucculatrix merei wurde aus Schottland beschrieben, schließlich aus Frankreich (Cantal, Sainte-Reine, 1050 m). Sicher ist damit, dass B. humiliella in Europa weit verbreitet ist.

Jürg Schmid berichtete 2011 über den Nachweis dieser Art für die Schweiz. Seine Funde in den Hochlagen von Graubünden deuten sehr darauf hin, dass das nicht B. tanaceti, sondern tatsächlich B. humiliella war. Abgesichert sind Funde aus der Slowakei, Tschechien und Österreich.

4.3. Typenmaterial

Tokár (2026: 72-73) überprüfte alle Synonyme auf mögliche Zugehörigkeit zu seiner neuen Art - doch ohne fündig zu werden. Für B. humiliella stellte er daher zusammen:

Bucculatrix humiliella: "Examined type material (genitalia slides): Lectotype ♀ (Fig. 15), without locality and date, leg. (?) Herrich-Schäffer, 7/97 Mey, ex coll. Staudinger, coll. ZMB; paratype ♂, without locality and date, leg. (?) Herrich-Schäffer, 9/97 Mey, ex coll. Staudinger, coll. ZMB."

Bucculatrix obscurella: "Examined material (photographs of adults and genitalia slides): Poland, Załubińcze, p. Nowy Sącz, 24.iv.1876, ♀, leg. O. Hof. [Ottmar Hofmann], Euparal-Präp. Nr. G. Deschka 2194 (Fig. 14); Nowy Sącz, 2.vi.1881, ♂, ex coll. Klemensiewicz, coll. ISEZ PAN."

Bucculatrix capreella: "Examined type material: Holotype ♂ (Fig. 9), Finland, Punkasalmi, 12.viii.1945, leg. Lindeberg, genitalia slide No. 7274 Museum Helsinki; allotype ♀, Finland, Al Finström, Åttböle, 3.vi.1945, leg. A. Nordman, genitalia preparation No. 7275 Museum Helsinki (Gs. ZT 13782); paratype No. 1 ♂, Finland, Sääksmäki, leg. Kivirikko, coll. MZH. Examination of these genital preparations confirmed the conspecificity of B. capreella with B. humiliella."

Bucculatrix merei: "The type material was not examined. However, Pelham-Clinton provided a highly detailed description of the species, complete with photographs of all adult type specimens and line drawings of the male and female genitalia. These characters clearly demonstrate that B. merei is identical to B. humiliella. A reproduction of the drawing of the paratype male genitalia is presented in Figure 10."

"Bucculatrix capreella australis Nel, 1999, syn. nov. Bucculatrix capreella australis Nel, 1999, Bulletin de la Société entomologique de France 104: 348-350, Figs 3, 6A, 7A. Examined type material (photographs of genitalia slides): Holotype ♂ (Fig. 11), France, Cantal, Sainte-Reine, 1050 m, 12.vii.1993, leg. J. Nel, JN 9102; allotype ♀, France, Lozère, Paulhac-en-Margeride, 1300 m, 15.vii.1997, leg. J. Nel, JN 5885, coll. TLMF. Examination of these preparations confirmed that B. capreella australis is a junior subjective synonym of B. humiliella."

(Autor: Erwin Rennwald)

4.4. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den detaillierten Datierungs-Angaben von Heppner (1982).

4.5. Literatur

  • Bengtsson, B.Å. & R. Johansson (2011): Nationalnyckeln till Sveriges flora och fauna. Fjärilar: Bronsmalar - rullvingermalar. Lepidoptera: Roeslerstammiidae - Lyonetiidae. - 494 S.; pp 494; ArtDatabanken, Sveriges lantbruksuniversitet, Uppsala.
  • Heppner, J. B. (1982): Dates of selected Lepidoptera literature for the western hemisphere fauna. — Journal of the Lepidopterologists' Society 36 (2): 87-111.
  • Erstbeschreibung: Herrich-Schäffer, G. A. W. („1853-1855“) [1847-1855]: Systematische Bearbeitung der Schmetterlinge von Europa, zugleich als Text, Revision und Supplement zu Jakob Hübner's Sammlung europäischer Schmetterlinge. Fünfter Band. Die Schaben und Federmotten: 1-394, Tineides pl. 1-124, Pterophides pl. 1-7, Micropteryges pl. 1. Regensburg.
  • Hofmann, O. & G.A.W. Herrich-Schäffer (1854-1855): Die Lepidopteren-Fauna der Regensburger Umgegend. — Korrespondenz-Blatt des zoologisch-mineralogischen Vereines in Regensburg, 8 (7): 101-109), (8): 113-128, (9): 129-144), (11): 167-176, (12): 177-190, 9) (5): 57-72, (6): 73-88, (9): 133-136, (10): 137-149.
  • Beschreibung als Bucculatrix fatigatella var. obscurella: Klemensiewicz, S. (1899) O nowych i mało znanych gatunkach fauny galicyjskiej. Przyczynek pierwszy. — Sprawozdania Komisyi fizyograficznej 34 (suppl.): 176-202.
  • Beschreibung als Bucculatrix capreella: Krogerus, H. (1952): Two new species of Microlepidoptera from Finland. — Notulae Entomologicae, 32: 156-158.
  • Pelham-Clinton, E. C. (1967): Bucculatrix merei sp. nov. (Lep., Bucculatricidae), a newly discovered Scottish species. — Entomologist's Gazette, 18 (3 & 4): 155–158, Tafel 6. [Sekundärzitat]
  • Schmid, A. (1886-1887): Die Lepidopteren-Fauna der Regensburger Umgegend mit Kelheim und Wörth. (Fortsetzung.). — Correspondenz-Blatt des naturwissenschaftlichen Vereins in Regensburg 40: (1-4) 19-58, (5-6) 83-98, (7-9) 101-164, (10-12) 165-224.
  • Schmid, A. (1892): Der Regensburger Raupen-Kalender (März-November) mit einigen neuen Zugängen zur Lepidopteren-Fauna im Correspondenzblatt des naturwissenschaftlichen Vereines (Jahrg. 1885 und 1886). — Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Regensburg 3: 37-311. [PDF auf zobodat.at]
  • Schmid, J. (2011): Schweizer Neufunde aus Graubünden in Ergänzung zur Liste der Schmetterlinge der Schweiz (Lepidoptera: Tineidae, Buccularicidae, Gracillariidae, Coleophoridae, Autostichidae, Gelechiidae). — Entomo Helvetica 4: 193-198 [PDF auf entomohelvetica.ch]. Dank an Ursula Beutler für den Hinweis auf diesen Aufsatz!
  • Stark, W. (2020): Neunachweise von Lepidoptera (Schmetterlinge) für Österreich und Niederösterreich – Motivation zur Initiative „Leuchtturmprojekt Schmetterlinge Niederösterreich“ — Naturkundliche Mitteilungen aus den Landessammlungen Niederösterreich, 29: 19-28. [PDF auf zobodat.at]

4.6. Informationen auf anderen Websites (externe Links)