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Falter
Männchen
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Genitalien ♂
Genitalien ♀
Erstbeschreibung
Habitat
LebendfotosDiagnoseGenitalienBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenAndere KombinationenSynonymeLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Geschlecht nicht bestimmt

2.4. Genitalien

2.4.1. Männchen

2.4.2. Weibchen

2.5. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Rosaceae:] Sanguisorba minor ? [= Poterium sanguisorba ?] (Kleiner Wiesenknopf ?)
  • [Rosaceae:] Rosa spinosissima ? [= Rosa pimpinellifolia ?] (Bibernell-Rose, Dünen-Rose ?)
  • [Rosaceae:] Eryngium campestre ??? (Feld-Mannstreu ???)

Elsner et al. (1999: 22) listen: "B.[latt], St.[ängel]; Rosa pimpinellifolia, Sanguisorba officinalis (Rosaceae), Eryngium campestre (Apiaceae)." Demnach wäre die Art also entweder ziemlich polyphag - oder mindestens eine dieser Angaben stimmt hier nicht. Requena (2009: 12) wiederholt die gleiche Liste - ohne jeglichen kritischen Kommentar - und ohne eigenen Beobachtungen. Corley et al. (2012: 497) machen es genauso - und Dutzende weitere Autoren seither.

Die Suche nach Primärquellen verlief hier mühsam und lange ergebnislos: Hübner ([1813]) machte gar keine Angaben zur Art: Auch in der Beschreibung des Synonyms Lampros turbatella durch Treitschke (1835: 195-296) wurden keinerlei Angaben zur Raupe gemacht. Und Gleiches gilt für die Beschreibung des Synonyms Ergatis amaenella durch de Joannis (1891: 83-84). Erst der Hinweis von Zdenko Tokár, dass sich diese Liste schon bei Lhomme (1946: 555) findet, half entscheidend weiter.

Lhomme (1946: 555) hatte formuliert: "Chenille sur Sanguisorba officinalis L., Rosa pimpinellifolia L., dans des tuyaux soyeux à fleur de terre, sous les feuilles et les tiges. VI (de Joannis : Ann. S. e. F., 1908, p. 797) ; Eryngium (Hartm.). - VI; VIII, IX." Lhomme hatte also keine eigenen Funde, aber immerhin nannte er seine Quellen, eine genau, die andere nur ungenau, aber dennoch auffindbar. Die ältere der beiden ist die von Hartmann (1880: 23), der zu "Ergatis Decurtella Hb." nur ganz knapp formulierte: "R. 5. 6. Eryngium." Dabei bleibt unklar, ob es sich hier um eine eigene Beobachtung handelte oder nicht. Und über die Sicherheit der Artbestimmung erfahren wir gar nichts. In der anderen Quelle, bei de Joannis (1908: 797) wird wesentlich klarer formuliert: "363 (2871). — decurtella Hb. — Mai à août. Plouhaniel. Île de Houat. Très commun. Chenille : en juin; Poterium sanguisorba L., Rosa spinosissima L.; vit dans des tubes soyeux à fleur de terre, sous les feuilles et les tiges." Das klingt sehr nach einer eigenen Beobachtung, doch nach dem Vorwort dürfte es sich bei nahezu allen Angaben dieser Arbeit um Beobachtungen seines Bruders Léon de Joannis gehandelt haben. Jedenfalls betonte Joseph de Joannis, dass auch bei Angaben zur Raupennahrung nur Beobachtungen aus dem Gebiet selbst verwendet wurden. Ob Raupe und Falter richtig bestimmt waren, bleibt minimal unsicher; was aber klar ist, ist ein "Übersetzungsfehler" von Lhomme: Poterium sanguisorba meint den Kleinen Wiesenkopf (Sanguisorba minor agg.), nicht den Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)! Sanguisorba officinalis ist also aus der Liste zu streichen. Und die Raupen leben demnach auch nicht an oder gar in Blättern und Stängeln, sondern in seidigen Röhren an der Erdoberfläche unter Blättern und Stängeln der beiden genannten Pflanzen, die hier beide zahlreich die Vegetation der Klippen prägten. Das klingt einigermaßen überzeugend, doch eine neuere Bestätigung wäre schön, zumal ja noch nicht abgesichert ist, dass die Raupen auch an diesen Pflanzen gefressen haben. Plouhaniel und die vorgelagerte Île de Houat im Département Morbihan (Bretagne) warten auf einen klärenden Besuch.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Literatur