Vorkommen
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Falter
Raupe
Minen
Puppe
Männchen
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Männchen
Weibchen
Habitat
Inhalt

1. Falter

2. Raupe

3. Minen

4. Puppe

5. Diagnose

5.1. Männchen

5.2. Weibchen

5.3. Geschlecht nicht bestimmt

5.4. Genitalien

5.4.1. Männchen
5.4.2. Weibchen

6. Biologie

6.1. Lebensweise

Ein Hinweis von Erik van Nieukerken, die günstigste Zeit Raupen zu finden wäre Ende Juli und Anfang August, hat im letzten Jahr endlich zum Erfolg geführt. Bisher habe ich stets bereits einen Monat früher nach den Minen in den Blättern von Polygonum bistorta gesucht. Im Schweizer Jura und in den Nordalpen habe ich in den ersten Augusttagen 2017 die Minen an einem Dutzend Orten gefunden. An den meisten Stellen fliegt im Frühjahr Lycaena helle [...] Die Habitate sind Hochmoorränder oder vernässte Stellen mit reichem Bestand an Schlangenknöterich. Zur Fundzeit der Raupen sind die Blätter des Knöterichs sehr fleckig oder bereits herbstlich rotbraun verfärbt, was das Auffinden der Minen nicht erleichtert. Vielfach sind nur wenige Minen in einem Blatt enthalten. Manchmal ist aber die ganze Blattfläche dicht mit Minen übersät, so dass die Minen der einzelnen Raupen ineinander verfliessen. Jede Raupe hat jedoch ihren eigenen Ruheplatz, der als dunkler Kreis im Minenzentrum liegt, und nur zum Fressen verlassen wird. Die Raupen besitzen keine Bauchfüsse, auch die Brustbeine sind reduziert. Am Ende ihrer Entwicklungszeit schneiden sie ein ovales Gehäuse aus dem dunklen Bereich im Minenzentrum. Ober- und Unterseite des Gehäuses entsprechen der oberen und unteren Epidermis des bisher bewohnten Blattes. Damit fällt die Raupe in die Bodenstreu. Zur Überwinterung wird das Gehäuse an Pflanzenteilen festgesponnen. Darin überwintert die Raupe als Vorpuppe. Die Verpuppung erfolgt erst im Frühling. Nach einer Puppenruhe von 2-3 Wochen schlüpfen die Falter jeweils bei Tagesanbruch.

(Autor: Rudolf Bryner)

6.2. Habitat

6.3. Nahrung der Raupe

  • [Polygonaceae:] Bistorta officinalis [= Polygonum bistorta, Persicaria bistorta] (Schlangen-Knöterich, Wiesen-Knöterich)

Die Art miniert nach Hering (1941: 17-20) an Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta). Er bemerkt dazu: „Die Art ist dadurch bemerkenswert, daß hier erstmalig ein Vertreter der Familie Heliozelidae festgestellt wird, der nicht an Amentiferen, sondern an ‚niederen‘ Pflanzen lebt. Sie scheint außerordentlich selten zu sein, da in zahlreichen durchgearbeiteten Bestimmungssendungen niemals die Mine vertreten war; ich selbst habe sie auch nie gefunden.“

7. Weitere Informationen

7.1. Etymologie (Namenserklärung)

Hering (1941: 20 und 17): „Sie sei zu Ehren des erfolgreichen Sammlers benannt“; „Von Herrn Dr. A. Ludwig (Siegen)“.

7.2. Faunistik

Nach Gaedike & Heinicke (1999) stammen alle Angaben aus Deutschland (Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg) von vor 1980. Die Angabe aus Baden-Württemberg erfolgte wahrscheinlich irrtümlich (Gaedike 2010), sie wurde daher bei Gaedike et al. (2017) gestrichen.

Locus typicus der von Hering (1941: 19) nach einem einzigen ♂ beschriebenen Art: „Dillkreis: Im Feuerhack bei Waldaubach“ [Deutschland, Hessen, Lahn-Dill-Kreis, Waldaubach, Naturschutzgebiet Feuerheck].

R. Bryner gelang am 2. August 2017 der Erstnachweis der Art für die Schweiz durch gezielte Minensuche [Forumsbeitrag 18. Mai 2018]. Er schreibt dazu: "Im Schweizer Jura und in den Nordalpen habe ich in den ersten Augusttagen 2017 die Minen an einem Dutzend Orten gefunden". Meist handelte es sich dabei um klassische Lycaena helle-Biotope.

Diese Funde in der Schweiz legen nahe, dass die Art auch in Deutschland durch gezielte Minensuche wiederzufinden sein müsste - vielleicht sogar am oder im nahen Umkreis des locus typicus. Und wer noch Zweifel an der Auffindbarkeit der Minen hat, der möge den Artikel von van Nieukerken et al. (2021) lesen, in dem über die Erstfunde in Frankreich und Belgien sowie die Funde im Schweizer Jura sehr vorbildlich berichtet wird.

(Autoren: Erwin Rennwald & Jürgen Rodeland)

7.3. Literatur

7.4. Informationen auf anderen Websites (externe Links)