Vorkommen
Länder:+1Kontinente:EU
Männchen
Erstbeschreibung
Inhalt

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Erstbeschreibung

3. Weitere Informationen

3.1. Etymologie (Namenserklärung)

Nach dem lateinischen Namen des Flusses Rhein: Rhenum.

3.2. Faunistik

Locus typicus sind die Rietwiesen am Rhein bei Landquart (Graubünden, Schweiz).

In Österreich ist die Art auf Vorarlberg beschränkt.

Nach Gaedike & Heinicke (1999) und Gaedike et al. (2017) in Deutschland nur mit Angaben von vor 1980 aus Bayern bekannt. Dort wurde sie von Pröse et al. (2004)["2003"] mit "0 - ausgestorben oder verschollen" für die Region "Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten" in die Rote Liste aufgenommen. Nach Haslberger & Segerer (2016: 202) gibt es aus Deutschland bisher nur einen einzigen Nachweis, der sich bei Ppröse (2001: 60) findet. Dort heißt es: "Neu für Bayern und Deutschland! Anlässlich einer Überprüfung von Faltern der Ancylis badiana-Gruppe in der Zoologischen Staatssammlung München gelang Huemer (Innsbruck) die Entdeckung dieser Art als Erstfund für Bayern und Deutschland. Diese badiana-Gruppe erwies sich als Komplex einander sehr nahestehender und sowohl eidonomisch als auch genitaliter nur geringfügig differenzierter Taxa (A. sepusiensis Reiprich, 1988, A. habeleri Huemer & Tarmann,1997 und A. rhenana Müller-Rutz, 1920). Forstenrieder Park bei München, 9.vii.1942, leg. L. Osthelder." Da nicht anzunehmen ist, dass das Tier verschleppt oder fehletikettiert wurde, ist zunächst einmal von einer damals vorhandenen Population auszugehen. Allerdings scheint hier die Habitatausstattung (soweit bisher bekannt) nicht ganz zu stimmen und auch ein Zusammenhang mit den sonstigen Vorkommen am Alpenrhein ist nicht erkennbar. Ich halte hier eine ergebnisoffene erneute Diskussion unter Betrachtung aller Umstände für empfehlenswert. Das einfachste wäre natürlich ein erneuter Fund bei München oder weiter oben an der Isar.

Trematerra & Colacci (2016) melden die Art erstmals aus Italien, und zwar nicht von den Alpen sondern von der Umgebung des Valle Badia im oberen Bereich des Valle Accereta in 430 bzw. 700 m Höhe.

Ansonsten wurde die Art auch aus Finnland, Estland und Lettland nachgewiesen. Ihr Verbreitungsbild und ihre Ansprüche sind schlichtweg noch wenig verstanden.

(Autor: Erwin Rennwald)

3.3. Literatur

  • Gaedike, R. & W. Heinicke (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Entomofauna Germanica 3). — Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 5: 1-216.
  • Erstbeschreibung: Müller-Rutz, J. (1920): Aus der Welt der Kleinschmetterlinge mit Beschreibungen neuer Arten und Formen. — Mitteilungen der Entomologia Zürich und Umgebung 5: 334-349 + Taf. II.
  • Pröse, H. (2001): Neue Ergebnisse zur Faunistik der "Microlepidoptera" in Bayern. Vierter Beitrag (Insecta, Lepidoptera). — Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen 50 (1/2): 51-65 [Digitalisat auf www.archive.org].
  • Pröse, H., Segerer, S. & H. Kolbeck (2004)["2003"]: Rote Liste gefährdeter Kleinschmetterlinge (Lepidoptera: Microlepidoptera) Bayerns. — S. 234-268. In: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (2003)[2004]: Rote Liste gefährdeter Tiere Bayerns. — Schriftenreihe Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Heft 166. 384 S., Augsburg. [Hinweis: Im Heft steht als Erscheinungsjahr "2003" - tatsächlich wurde es aber erst am 2. April 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt] [PDF auf lfu.bayern.de].
  • Trematerra, P. & M. Colacci (2016): Four Olethreutinae new to the Italian fauna from Tuscan-Romagnol Appennines (Lepidoptera, Tortricidae). — Journal of Entomological and Acarological Research 48 (3): 335-338 [PDF auf pagepressjournals.org].