

+4Kontinente:EU2. Diagnose
2.1. Geschlecht nicht bestimmt
2.2. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Nahrung der Raupe
- [Plantaginaceae:] Asarina procumbens [= Antirrhinum asarina] (Nierenblättriges Löwenmaul, Kriechendes Löwenmaul)
Millière (1866: 274-275) beginnt die Beschreibung seiner neuen Art erst einmal mit der Raupe: "Depuis l'instant de sa naissance qui arrive en mars ou avril, jusqu’à l’époque de la métamorphose qui a lieu à la fin de mai, cette chenille vit sous une petite toile de soie blanchâtre, dont les bords retiennent les plis d’une ou de plusieurs feuilles de l’Antirrhinum asarina, L., jolie plante sous-ligneuse qui croît spontanément, je l'ai dit à l’article précédent, dans les fissures des vieille; murailles d’Ax-sur-Ariège, et qui sert de nourriture à cette chenille que j'ai recueillie en certain nombre dans la ville même, et contre les rochers des environs. C'est au pied de la plante, dans les feuilles sèches que la chenille se transforme, ou de temps en temps sur la plante, dans le pli d'une feuille."
Das Verbreitungsgebiet der Pflanze reicht vom nordöstlichen Spanien über die Pyrenäen bis in den Süden des Zentralmassivs und die Cevennen im südwestlichen Frankreich. Weiter im Südosten Frankreichs - wo die Falter noch regelmäßig zu finden sind - tritt sie nur adventiv auf, so dass zu vermuten ist, dass von der Raupe auch verwandte Pflanzenarten genutzt werden könnten. Die Grundlage des seit 2008 bestehenden Vorkommens im Belgien ist noch zu klären - Asarina procumbens ist aber im Pflanzenhandel zur Bepflanzung von Mauern, etc. erhältlich und könnte so auch Grundlage außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets der Pflanze sein.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Andere Kombinationen
- Gelechia antirrhinella Millière, 1866 [Originalkombination]
4.2. Taxonomie und Faunistik
Die Abgrenzung gegenüber Acompsia tripunctella ist schwierig - hier dürfte es auch öfters zu Fehldeutungen kommen.
Die Art wurde von "Ax-sur-Ariège", also Ax-les-Thermes im Département Ariège in den französischen Pyrenäen direkt nördlich von Andorra beschrieben. Wenig überraschend wird die Art von Vives Moreno (2014) auch für Andorra und Spanien gelistet. Die Vorkommen in Frankreich beschränken sich auf die südliche Hälfte, wobei sowohl die Nordgrenze als auch die Ostgrenze über das natürliche Verbreitungsgebiet der bisher bekannten Raupennahrungspflanze Asarina procumbens hinausreichen.
Überraschend kam die Meldung im e-Mail vom 26. Dezember 2025 von Chris Steeman aus Belgien: "first record for Belgium in 2008. In the meantime, almost 20 observations have been made, coming from 3 provinces." Tatsächlich finden sich auf der Plattform observation.org alleine 15 Meldungen von 2025, die allesamt von Dirk De Mesel validiert wurden. Dieser hatte 2024 zu einer Anfrage angemerkt: "Ja, het is deze soort. Is nieuw voor Belgiê in 2024 maar ik heb ook de waarneming van 2008 opgevist die ik nu op uiterlijk herkende als deze soort. Goed dat je mij eraan herinnert dat er toen door T. Muus ook al sprake was van deze soort ! Was ik totaal vergeten !" Ob es hier tatsächlich Belege oder gar eine Absicherung über Genital und Barcode gibt, ist mir unklar. Jedenfalls gibt es aus der Nordhälfte Frankreichs bis heute keinen Nachweis der Art. Auch Hinweise auf die Nahrungspflanze kann ich nirgends finden.
(Autor: Erwin Rennwald)
4.3. Literatur
- Erstbeschreibung: Millière, P. (1866): Iconographie et description de chenilles et lépidoptères inédits 2 (17): 247-280 + pl. 78-80. Paris (F. Savy). [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- Vives-Moreno, A. (2014): Catálogo sistemático y sinonímico de los Lepidoptera de la Península Ibérica, de Ceuta, de Melilla y de las Islas Azores, Baleares, Canarias, Madeira y Salvajes (Insecta: Lepidoptera). — Suplemento de SHILAP Revista de Lepidopterología: 1-1184. Madrid.














