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Geschlecht nicht bestimmt
Erstbeschreibung
Inhalt

2. Diagnose

2.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Rosaceae:] Prunus spinosa (Schlehe)
  • [Rosaceae:] Prunus persica ? (Pfirsich ?)
  • [Rosaceae:] Prunus sp. ? [= Cerasus sp. ?]
  • [Rosaceae:] Amygdalus nana ?? (Zwerg-Mandel ??)
  • [Rosaceae:] Malus domestica ?? (Kultur-Apfel ??)
  • [Rosaceae:] Spiraea sp. ???
  • [Ericaceae:] Vaccinium uliginosum ? (Moorbeere, Sumpf-Heidelbeere ?)
  • [Betulaceae:] Betula nana ??? (Zwerg-Birke ???)

Disqué (1905: 210) meldet aus der Pfalz: "fimbriana Thunbg. 9 u. 10. R. 8 häufig in der ganzen Umgegend an allein stehenden Schlehenhecken. So viel ich weiss, ist hier der einzige Ort in Deutschland wo die Art vorkommt. Weiter werden Schweden, Finnland, Livland und Ungarn als Fundplätze genannt. Die K. ist dunkelgrün mit undeutlichen Wärzchen. Kopf bräunlich oder schwarz; letzteres aber seltener. Nackenschild trüb grünlichgelb, schwarz gerandet, manchmal auch ganz schwarz. Eine meiner präp. R. hat auch sehr feine schwarze Punkte. Afterschild wenig ausgeprägt."

Und Disqué (1905: 212) schreibt zwei Seiten weiter zum Synonym: "lubricana Mn. 6. Scheint ausser hier und Umgegend (Thalhaus in Baden) und Grünstadt nicht weiter in Deutschland vorzukommen. R. an einzeln stehenden alten Schlehenhecken Ende Mai und Anf. Juni gar nicht selten. Sie ist dunkelgrün. Kopf schwarz. Nackenschild grünlichgelb, schwarz gerandet, oder ganz schwarz. Letzteres seltener." Wie sich erst später zeigen sollte, handelt es sich beim Taxon "lubricana" um die deutlich anders aussehende Sommergeneration von Acleris fimbriana. Die alten Schlehenhecken als Raupennahrung sind also für beide Generationen gut belegt!

Kennel (1908: 96) leitete daraus zu "Acalla lubricana Mn." ab: "Die Raupe findet Disqué Ende Mai zwischen versponnenen Blättern von Prunus spinosa in der Umgegend von Speyer nicht selten. Sie ist schmutzig grün, Kopf schwarz, Nackenschild braun, an den Seiten schwarz, seltener ganz schwarz, fein hell geteilt, Brustfüße gleichfalls schwarz."

Schütze (1931) ging auch noch von zwei getrennten Arten aus: "Acalla fimbriana Thunberg. Raupe August, Falter September bis April. An alleinstehenden Hecken von Prunus spinosa zwischen versponnenen Trieben (Disqué). Vaccinium uliginosum (Sorhagen). Pfalz." Und: "Acalla lubricana Mann. Raupe Mai, Falter Juni. An einzeln stehenden Hecken von Prunus spinosa zwischen versponnenen Trieben, lebt in einem ganz ähnlichen Gespinst wie Cac. rosana (Disqué). Pfalz." Außer den Disqué-Angaben konnte er also nur auf eine alte Meldung von Sorhagen zurückblicken - mit einer bis heute wohl nicht wirklich abgesicherten Raupennahrungspflanze.

Razowski (2001: 35) überrascht mit einer langen Liste : "Prunus spinosa, Spiraea, Cerasus, Amygdalus nana, Prunus persica, Malus domestica (Rosaceae), Vaccinium uliginosum (Vacciniaceae), Betula nana (Betulaceae)". Was mit "Spiraea" gemeint ist, wird nicht klar - tatsächlich Spiraea oder doch Filipendula sp. ? Die anderen genannten baumförmigen Rosaceen könnten im Südteil des Vorkommensgebiets stimmen - oder auch nicht. Fest steht, dass die Art hier nur auf warmen Kalkböden vorkommt.

Für den nordeuropäischen Teil des Vorkommensgebiets blieben dann Vaccinium uliginosum und - falls das stimmt - Betula nana - also jedenfalls ganz andere Standorte.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Faunistik

Nach Gaedike & Heinicke (1999) in Deutschland angeblich nur mit Angaben von vor 1980 aus Bayern bekannt. Dort wurde die Art von Pröse et al. (2004) mit "0 - ausgestorben oder verschollen" für die Region "Schichtstufenland" in die Rote Liste aufgenommen. Gaedike et al. (2017) heben die Literatur besser gesichtet und können die Art jetzt auch aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen anführen - Funde nach 1980 gibt es trotzdem keinen einzigen!

(Autor: Erwin Rennwald)

4.4. Literatur

4.5. Informationen auf anderen Websites (externe Links)