Artberechtigung fraglich!
Vorkommen
Länder:Kontinente:EU
Inhalt

2. Weitere Informationen

2.1. Etymologie (Namenserklärung)

Bertaccini (2011) wählte den Namen nach der Fundregion Ligurien aus: "Derivatio nominis. La sottospecie prende il nome dall’area geografica dove è stata scoperta: Liguria (Italia nord-occidentale)."

2.2. Taxonomie

Das Taxon wurde zunächst ausführlich als Unterart von Ptilocephala muscella beschrieben (Bertaccini 2011) und dabei auch die Abgrenzung gegenüber Ptilocephala sicheliella diskutiert.

In der Zusammenfassung von Bertaccini (2015) heißt es dann aber: "Per la prima volta sono stati svolti test sulla genetica molecolare per stimare le distanze genetiche che intercorrono fra Ptilocephala muscella (Denis & Schiffermüller, 1775) (forma nominale ) e Ptilocephala muscella ssp. liguriensis Bertaccini, 2011. L’esame ha rilevato una distanza genetica superiore all’8%, offrendo prove ineccepibili sul processo evolutivo divergente dal ramo filetico “muscella”, per cui l’entità liguriensis viene elevata al rango specifico: Ptilocephala liguriensis Bertaccini, 2011 n. stat. Della stessa Ptilocephala liguriensis Bertaccini viene inoltre descritta dal Piemonte meridionale una nuova forma geografica: f. alticolaria nov."

Arnscheid & Weidlich (2017) bleiben dabei, das Taxon auf der Unterartebene (zu P. muscella) zu belassen, sie schließen aber: "Bertacchini (2015: 120) considers ssp. liguriensis as a separate species because of the distance in genetic characters." Da sie dies als Schlusswort schrieben, lassen sie zumindest offen, dass sie der Schlussfolgerung folgen können - vermutlich war es dann ganz einfach die unmittelbar anstehende eigene Manuskriptabgabe, die verhinderte, sich detaillierter mit dem Taxon auseinander zu setzen.

Eine Abweichung beim Barcoding von 8,53 % spricht in der Tat sehr stark für eine artliche Trennung von Ptilocephala muscella. Da es die kleinen äußeren und Genital-Unterschiede auch noch gibt, muss das Taxon auf Artebene akzeptiert werden. Der Fund einer Höhenform im Piemont mit genetischer Abweichung von 0,62% gegenüber liguriensis vom locus typicus stützt die Eigenständigkeit der Art noch mehr. In Abweichung zu Arnscheid & Weidlich (2017) führen wir das Taxon weiterhin auf Artebene.

Arnscheid (2018) setzt sich dann detailliert mit P. sicheliella und dessen angeblichem Typenfundort Sizilien auseinander. Er kommt zum zwingenden Schluss, dass der Typenfundort tatsächlich Bassi ist, einem Teil von Vado Ligure, einer Kleinstadt an der Riviera di Ponente bei Genua im nordwestlichen Oberitalien. Mit der äußeren Ähnlichkeit mit der in Nordwest-Italien vorkommenden P. liguriensis spricht damit alles dafür, dass P. liguriensis ein jüngeres Synonym von Ptilocephala sicheliella ist. Arnscheid nimmt diese formale Synonymisierung noch nicht vor, da er hofft, dass der Holotypus von P. sicheliensis eines Tages doch noch mit einem next generation barcoding untersucht und damit die Schlussfolgerung abgesichert - oder falsifiziert - werden könnte.

"Artberechtigung fraglich!" wird hier verwendet, weil es wahrscheinlich keinen artlichen Unterschied gegenüber Ptilocephala sicheliella gibt und jener bei einer Zusammenfassung der weitaus ältere Name wäre.

2.3. Faunistik

Arnscheid & Weidlich (2017) führen das Taxon als Unterart von P. muscella und schreiben dazu: "Ssp liguriensis is known from south France eastwards to North-west Italy."

(Autor: Erwin Rennwald)

2.4. Typenmaterial

Bertaccini (2011) erläutert:

"Materiale esaminato. Holotypus ♂ - Liguria, Alpi Liguri: Colla Melosa (IM), 1600 m, (ex l.) 19.V.2010, leg. et coll. E. Bertaccini;

paratypi 1 ♂ e 7 ♀♀ (ex l.) 12-19.V.2010 stessi dati dell’holotypus, leg. et coll. E. Bertaccini; stessa località 6 ♂♂ 6.V.2008 leg. et coll. E. Bertaccini; idem 3 ♂♂ leg. et coll. V. Campri; idem 7 ♂♂ 26.V.2009, leg. et coll. E. Bertaccini; idem 2 ♂♂ 19.VI.2010, leg. et coll. E. Bertaccini; Alpi Liguri: Colla Langan (IM), 1100 m, 13 ♂♂ 6.V.2008, leg. et coll. E. Bertaccini; idem 6 ♂♂ leg. et coll. V. Campri; Alpi Liguri: Passo della Teglia, loc. Drego (IM), 1100 m, 13 ♂♂ 7.V.2008, leg. et coll. E. Bertaccini. La serie tipica è costituita da 52 ♂♂ e 7 ♀♀."

2.5. Literatur