Vorkommen
Länder:+2Kontinente:AS
Männchen
Weibchen
Weibchen
Inhalt

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Weibchen

3. Weitere Informationen

3.1. Typenmaterial

Lvovsky (1991: 77): „Material (1 spm.). Holotype ♂, Tajik SSR, 50 km N of Duschanbe, Vazob Gorge, Khazora, subalpine zone, 2300m, in light trap, 29.VII.1986 (P.P.Ivinskis)"

3.2. Faunistik

In der Sammlung der ZIN, St. Petersburg, befanden sich im Oktober 2018 außer dem Holotypus keine weiteren Belege. Es hatte den Anschein, als sei von dieser Art bisher einzig dieses eine Männchen gesammelt worden. Davon wurde ein DNA-Barcoding veranlasst, die ähnlichste Sequenz war mit einem Abstand von 1,6 % jene von Depressaria kailai. Die Ähnlichkeit der männlichen Genitalien dieser beiden Arten bestätigt diese Nähe, aber die Unterschiede sind so deutlich, dass Konspezifität nicht in Erwägung gezogen werden braucht.

Ende Juli 2020 konnte ein Weibchen einer Depressaria sp. aus Afghanistan in der Sammlung des NHMW (Naturhistorisches Museum Wien) nach längeren Recherchen dieser Art zugeordnet werden. Der Beleg wurde von H.J. Hannemann der von ihm 1976 nach einem Männchen beschriebenen Depressaria kasyi zugeordnet und als Allotypus derselben ausgewiesen - allem Anschein nach weil die beiden Tiere aus der selben Aufsammlung stammen und äußerlich weitgehenden ähnlich sind. Auch das Weibchen wurde von ihm genitalisiert und die Zeichnung des Präparates in der Originalbeschreibung als Allotypus abgebildet. Schon beim Lesen dieser Publikation im Jahr 2015 wurde klar, dass dieses Weibchen nicht Depressaria kasyi sein kann, weil es einer ganz andern Artengruppe angehört: den Genitalien des männlichen Holotypus zufolge ist Depressaria kasyi Teil der D. radiella/libanotidella-Gruppe, die Genitalien des „Allotypus“ zeigen aber eindeutig, dass dieses Tier in der D. veneficella/discipunctella-Gruppe steht. Aber trotz genauen Studiums des Originalbeleges und des Präparates im NHMW scheiterten vorerst alle Bestimmungsversuche. Erst ein DNA-Barcoding brachte die Lösung, es ergab eine 100 % Übereinstimmung mit der Sequenz des Holotypus von D. ivinskisi. Die Übereinstimmungen im Barcode und im äußeren Erscheinungsbild und die Tatsache, dass die weiblichen Genitalien bis dato keiner bekannten Art zugeordnet werden konnten lassen wenig Zweifel übrig, dass es sich tatsächlich um D. ivinskisi handelt. Ein Restrisiko muss allerdings eingeräumt werden, nachdem die Genitalien ja nicht direkt verglichen werden können. Theoretisch könnte das Weibchen einer weiteren, nahe verwandten, aber unbeschriebenen Art angehören. Fälle von Übereinstimmung der Barcodes bei nahe verwandten Arten kommen zwar selten, aber doch gelegentlich vor. Bis zum Beweis des Gegenteils wird aber davon ausgegangen, dass das hier gezeigte Weibchen D. ivinskisi repräsentiert. (Text: Peter Buchner, 1. August 2020)

3.3. Literatur

  • Erstbeschreibung: Lvovsky, A.L., 1991: New and little known species of Microlepidoptera (Lepidoptera: Oecophoridae, Xyloryctidae, Tortricidae) of the USSR and Adjacent Countries — Entomological Review 70 (4): 64–81. (englische Übersetzung der 1990 erschienenen russischen Erstveröffentlichung)
  • Hannemann, H. J. (1976): Depressarien-Studien (Lep., Oecophoridae). — Deutsche entomologische Zeitschrift, Neue Folge 23 (4-5): 233-252, pl. XIII-XIV. Berlin [Digitalisat und PDF-Download auf onlinelibrary.wiley.com].