Vorkommen
Länder:+1Kontinente:EU
Falter
Männchen
Weibchen
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Geraniaceae:] Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel)

Die Raupe scheint im Freiland ausschließlich an Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum) in heißen Felsensteppen zu leben.

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

Im Jahre 1970 bezettelte Francis Dujardin mehrere von ihm als A. albanica bestimmte Tiere vom Monte Vulture im südlichen Italien mit dem Zusatz "ssp. nova". Zur Publikation der neuen Unterart kam es dann aber doch nicht. In den Reihen der Grünzygaenen-Spezialisten war man sich in der Folge einig, dass sich die westlichen Tiere von A. albanica hinsichtlich der Grobschuppigkeit und hinsichtlich des Flügelschnitts etwas von den Tieren weiter östlich unterscheiden. Doch mit der Klärung der Biologie dieser Tiere unterschiedlicher Herkunft in den 1990er Jahren schien endgültig klar zu sein, dass die beiden Taxa zusammengehören: Überall erfolgt die Eiablage an Blutstorchschnabel und selbst das Verhalten beim Blütenbesuch war überall identisch: Die Falter hängen sich außen an die Blütenkelche des Blutstorchschnabels und schieben ihren Rüssel von unten her zwischen zwei Kronblättern durch um so an den Nektar zu kommen. So war es sehr überraschend, dass das Barcoding mit einem Abstand von 2,5 % einen relativ großen Abstand zwischen Tieren der Krim und aus Italien zeigte. Untersuchung weiterer Tiere aus verschiedenen Regionen bestätigte, dass es hier zwei klar getrennte Cluster gibt. Ein Abstand von 2,5 % bedeutet noch nicht zwingend Artverschiedenheit, hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Grünzygaenen-Arten allesamt nur geringe Unterschiede beim Barcoding aufweisen. Noch überraschender war, dass A. albanica aus dem Osten nach dem Barcoding näher mit A. geryon verwandt zu sein scheint als mit der "albanica"-Sippe aus dem Westen. Und letztere clustert mit A. mannii und A. bolivari, statt mit A. albanica aus dem Osten. Daraus schlossen Efetov & Tarmann (2014), dass es sich hier doch um zwei getrennte Arten handeln müsse - und jetzt arbeiteten sie auch konstante Unterschiede im Äußeren und den Genitalien heraus. Dass ihre Arbeit auch einen Schlüssel zur genitalmorphologischen Bestimmung der europäischen Arten der Gattung enthält, verwundert nicht. Und da beide Autoren sich seit Jahrzehnten sehr intensiv mit Grünzygaenen beschäftigen, verwundert auch nicht, dass sie sich an ihren schon 30 Jahre zuvor verstorbenen Kollegen (Francis Dujardin, 1910–1984), seine Etiketten und auch ein unvollständiges Manuskript erinnerten, und die neue Art ihm zu Ehren benannten.

4.2. Faunistik

Nach Guenin (1997) ist das Vorkommen in der Schweiz (als "A. albanica") auf die Walliser Felsensteppe beschränkt.

Nach Efetov & Tarmann (2014) beziehen sich alle Angaben zu "A. albanica" von Slowenien an westwärts auf die "neue" Art A. dujardini. Die Gesamtverbreitung reicht demnach von Südost-Frankreich (Alpes-Maritimes) über große Teile des italienischen Festlands (dort aber ebenfalls in diverse kleine Teilareale zerstückelt) und die südliche Schweiz (Wallis) bis ins westliche Slowenien (Trnovo ["Ternowaner Wald"]); demnach ist davon auszugehen, dass auch die hier gezeigten - zunächst unter "A. albanica" eingereihten - Falterfotos von R. Stanta vom nahen Berg Nanos zu A. dujardini gehören).

Der Holotypus (♂) trägt das Etikett: "ITALIA centr., // Prov. Macerata, // Monte San Vicino W, ca 3 // km SW. Pian dell’ Elmo, // 1180–1190 m, 14.vi.2012; // E 13º03´21˝ / N 43º19´30˝ // leg. G. M. Tarmann" (Efetov & Tarmann 2014).

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Literatur

  • Guenin, R. (1997): Adscita albanica. — In: Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz (Hrsg.) (1997): Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Gefährdung, Schutz. Schweiz und angrenzende Gebiete. Band 2: 412-414. Egg (Fotorotar AG). [Hinweis: Die schweizerischen Angaben zu A. albanica beziehen sich auf die "neue" Art A. dujardini]
  • Guenin, R. (2015): Über die Variabilität der äusseren männlichen Genitalstrukturen, die Beschreibung der erwachsenen Raupe sowie das Vorkommen von Adscita dujardini Efetov & Tarmann, 2014 im Val Poschiavo (Puschlav, GR) (Lepidoptera : Zygaenidae, Procridinae). — Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 88 (3-4): 347-360 [PDF auf e-periodica.ch].
  • Erstbeschreibung: Efetov, K.A. & G.M. Tarmann (2014): A new European species, Adscita dujardini sp. nov. (Lepidoptera: Zygaenidae, Procridinae), confirmed by DNA Analysis. — Entomologist’s Gazette 65: 179–200.