Vorkommen
Länder:Kontinente:EU
Falter
Männchen
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

Noch unbekannt!

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Taxonomie

Nach der Fauna Europaea [Fauna Europaea, last update 23 July 2012, Version 2.5] soll "Lampronia" "Original genus" sein, weshalb Autor und Jahr dort nicht in Klammern stehen. Nach dem oben gezeigten Scan der Erstbeschreibung hat Rebel (1903) die Art aber eindeutig in der Gattung Incurvaria beschrieben.

Die taxonomische Stellung dieser selten gefundenen Sippe war längere Zeit umstritten. Die Kombination Lampronia stangei hatte sich fast durchgesetzt. Wiesmair et al. (2019) führten - gut begründet - die Kombination "Incurvaria stangei" wieder ein.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Faunistik

Huemer (1991) berichtet über einen Neufund und schreibt zu der wenig bekannten und von ihm erstmals abgebildeten Art: "I. stangei ist nach derzeitigem Kenntnisstand ein Endemit der Südostalpen und lediglich aus den Dolomiten, den südöstlichen Karnischen Alpen sowie den Mischen Alpen bekannt." Die oben gezeigten Falterbilder 1-3 markieren den Erstnachweis der Art für Österreich; Deutsch (2012) schreibt dazu: "Lampronia stangei Rebel, 1903 ist ein äußerst seltener, tagaktiver Kleinschmetterling, der seit seiner Erstbeschreibung vor mehr als 100 Jahren nur in einigen wenigen Exemplaren aus den südöstlichen Alpen in Norditalien und Slowenien bekannt geworden ist. Die Fundstellen lagen zwischen 1700 und 2500 m Seehöhe, die Belegstücke wurden zwischen Mitte Juli und Anfang August gesammelt (Huemer 1991, Habeler & Gomboc 2005)." Seine eigenen Fundumstände waren dann aber doch ganz andere: "Am 27. Juli 2012 betrieb ich im Lavanter Almtal in den Lienzer Dolomiten auf 1250 m Seehöhe zwei Leuchtpyramiden zum Zweck des Nachtfalterfanges. [...] Die Überraschung war groß, als sich gegen Mitternacht plötzlich ein frisches Männchen von Lampronia stangei am Leuchttuch einfand." Der Autor überlegt: "Dass diese Art in den Lienzer Dolomiten vorkommt, ist naheliegend, denn das bisher bekannte Verbreitungsgebiet liegt ja in den südlich und südöstlich davon gelegenen Gebirgen von Südtirol, Friaul und Slowenien (Huemer 1991). Interessant sind aber vor allem die außergewöhnlichen Fundumstände wie Seehöhe und Tageszeit. Die Höhenlage ist mit 1250 m viel zu niedrig für diese alpine Art, und für ein tagaktives Tier ist es eher ungewöhnlich, dass es sich um Mitternacht am Leuchtgerät einfindet." Und weiter: "Obwohl über die Biologie und Larvalentwicklung von L. stangei bisher nichts bekannt ist, kann eine Bodenständigkeit im Lavanter Almtal ausgeschlossen werden. Eine mehrstündige Begehung des Tales zwischen 1200 und 1600 m Seehöhe bei Sonnenschein in den Morgen- und Vormittagsstunden des folgenden Tages verlief ergebnislos. Die vorliegenden Fakten lassen den Rückschluss zu, dass L. stangei in den höheren Bereichen der Lienzer Dolomiten bodenständig ist und durch wetterbedingte Verdriftung in die tieferen Lagen des Lavanter Almtales gelangt ist." Mit den gezeigten Falterbildern 4-5 gelang H. Deutsch am 2. August 2013 auch die Bestätigung des Vorkommens am Laserzsee in 2260 m Höhe in den Lienzer Dolomiten.

4.4. Literatur

  • Deutsch, H. (2012): Lampronia stangei Rebel, 1903 (Lepidoptera: Prodoxidae): Ein überraschender Fund in den Lienzer Dolomiten und Erstnachweis für Österreich. — Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 64: 71-72. [PDF auf zobodat.at]
  • Huemer, P. (1991): Incurvaria stangei Rebel, 1903, ein bemerkenswerter Kleinschmetterling aus den Südalpen (Lepidoptera, Incurvariidae). — Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins in Innsbruck 78: 173-175. [PDF auf zobodat.at]
  • Huemer, P. (2013): Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. – 304 S. (Studiohefte 12); Innsbruck (Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H.).
  • Erstbeschreibung: Rebel, H. (1903): Neue Microheteroceren aus Österreich-Ungarn. — Verhandlungen der kaiserlich-königlichen zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 53: 90-103.
  • Wiesmair, B., Buchner, P., Kurz, M. & P. Huemer (2019): Redescription of the alpine Incurvaria stangei Rebel, 1903 (Lepidoptera, Incurvariidae), reinstated from Prodoxidae. — Nota lepidopterologica 42 (1): 27-35. [PDF auf pensoft.net]