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  • Sack, alter Sack: 1. Von Raupen von Sackträgern (Psychidae) oder Sackträgermotten (Coleophoridae) konstruiertes Gehäuse, in dem die Raupe lebt und das sie mit sich herumträgt. Da diese Säcke relativ stabil sind, können sie mitunter noch Jahre nach dem Schlupf der Falter als „alte Säcke“ gefunden werden. 2. Letztjährige oder noch vorjährigere Raupensäcke von Thaumetopoea processionea.
  • Saisondimorphismus: Jahreszeitlich bedingte, habituelle Unterschiede bei derselben Art, z. B. die Frühjahrs- und Sommergeneration von Araschnia levana.
  • Scapus: erstes Fühlerglied.
  • schneiden (Jargon): Scherzhafte Anspielung auf Chirurgenjargon, hier: ein Genitalpräparat anfertigen. („Tja, da müssen wir wohl schneiden.“)
  • semivoltin: für die Vollendung einer Generation mehr als ein Jahr benötigend.
  • sencu auct., auch sensu auctt. = sensu auctorum, im Sinne mehrerer Autoren
  • sensu lato: s.l., im weiteren Sinne
  • sensu stricto: s.str., im engeren Sinne
  • schlachten (Jargon): Das Abbrechen des Hinterleibs eines präparierten (!) Falters, um die Genitalien einer Untersuchung zuzuführen.
  • Sexualdimorphismus: Deutliche Unterschiede in der Erscheinungsform von Männchen und Weibchen.
  • sic: lat. „so“, in Klammern nach etwas stehend, das ohne diesen Hinweis als Druckfehler missverstanden werden könnte; auch üblich bei wörtlichen Zitaten, um Fehler in diesen Zitaten zu kennzeichnen.
  • sic, recte: Verbesserung eines mit „sic“ gekennzeichneten Druckfehlers.
  • sklerotisiert: verhärtet; bezeichnet die durch Gerbung erhärtete Kutikula.
  • SMNK: Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe.
  • SMNS: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart.
  • sp. (seltener auch spec.): Spezies. Wird gewöhnlich an die Gattung angehängt, wenn ein Tier oder eine Pflanze (vom Bestimmenden) nicht genauer bestimmt werden soll oder kann.
  • Spezies: = Art, siehe dort.
  • Sphragis: Chitinhülse, die das ♂ dem ♀ bei der Kopula ans Abdomen heftet, um weitere Paarungen zu verhindern. Bei den Apollofaltern Parnassius apollo, P. phoebus und P. mnemosyne ist die Sphragis aufgrund ihrer Größe gut zu sehen.
  • ssp.: subspezies (Unterart).
  • Somatolyse: Auflösung der Umrisse eines Tieres in seiner Umgebung durch z.B. Streifen- und Punktmuster und Gegenschattierung.
  • Stände: Eindeutschung von „Stadien“ (Entwicklungsstadien der Schmetterlinge: Ei, Raupe, Puppe, Falter)
  • Stemma: (pl. Stemmata) Lichtempfindliches Organ einer Raupe.
  • steril: unfruchtbar
  • Stigma: (pl. Stigmen) seitliche Atemöffnung bei Faltern, Puppen und Raupen, bei letzteren häufig mit markanter, punkt- oder ringförmiger Zeichnung.
  • Studiofoto (Lepiforums-Jargon): Sofern bei Fotos in dieser Bestimmungshilfe Informationen über die Aufnahmebedingungen vorliegen, werden solche, die nicht im Freiland entstanden sind, als „Studiofotos“ bezeichnet. Siehe [Forumsbeitrag von Jürgen Rodeland.]
  • subalpin: Unterschiedlich verwendeter Begriff in der Höhenzonierung der Gebirge. 1. (Schweiz): Die Nadelwaldzone, die (in den Alpen) aus Fichten-, Lärchen-, Spirken- oder Zirbelkiefernwald gebildet wird. Diese Zone wird im übrigen deutschsprachigen Raum als hochmontan bezeichnet. 2. Die Krummholzzone, die oberhalb der (natürlichen, nicht anthropozoogen bedingten!) Waldgrenze anschließt. Hier wachsen noch verholzte Sträucher wie Latschen, Grünerlen oder Moorbeere. Sie schließt an die hochmontane Zone an und wird weiter oben von der alpinen Zone abgelöst. In der Schweiz wird die Krummholzzone bereits zur alpinen Zone gerechnet.
  • Subitanpuppe: Puppe, die noch im selben Jahr einen Falter ergibt (lat. subitus = eilig).
  • Submarginalregion: Ein Teil der Flügelfläche, siehe: Flügelregionen und Flügeladern der Tagfalter
  • submontan: Eine Höhenstufe im Gebirge. Sie löst die colline Stufe ab und beginnt im nördlichen Mitteleuropa bei 200-300 m, im südlichen bei ca. 500 m. Hier wachsen natürlicherseits Buchenwälder oder Buchen-Stieleichen-Mischwälder. Sie wird im südlichen Mitteleuropa bei ca. 1000 m von der mittelmontanen Stufe abgelöst.
  • subnival: Eine unterschiedlich verwendete Bezeichnung für eine Höhenstufe der Gebirge. Teilweise wird die aus einzelnen Rasenfragmenten bestehende Stufe als subnivale, teilweise auch noch als hochalpine Stufe bezeichnet. In letzterem Fall bezeichnet man als subnivale Stufe diejenige, in der nur noch einzelne Gräser und der Gletscher-Hahnenfuß sowie Flechten und Moose wachsen. Schmetterlingsarten, die bis in die subnivale Stufe vordringen und sich hier z. T. auch noch fortpflanzen, sind z. B. Erebia pluto, Grammia quenseli, Setina aurita und Euxoa culminicola.
  • sympatrisch, Sympatrie: Gemeinsamer geografischer Lebensraum - Populationen von (nahestehenden) Arten in einem bestimmten Gebiet.
  • sym-, auch syn-: Bestandteil vieler zusammengesetzter Wörter, von altgriechisch συμ/συν = zusammen.
  • synanthrop: mit dem Menschen (altgriechisch ἄνθρωπος – anthropos – Mensch) im Siedlungsraum zusammenlebend.
  • Synonym: s. Begriffsdefinitionen der verschiedenen Typenarten
  • syntop, Syntopie: Gemeinsamer ökologischer Lebensraum - Populationen von (nahestehenden) Arten in einem bestimmten Habitat.
  • Syntypen: s. Begriffsdefinitionen der verschiedenen Typenarten
  • Systematik: (von griech. systematikos, geordnet) der Versuch die Lebewesen in einem System zu ordnen, das i.d.R. auf der Phylogenie (Abstammung) beruht. Man spricht dann von einem natürlichen System.