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  • a.a.O. = am angegebenen Ort.
  • Abdomen: Hinterleib.
  • Abdominalsegmente: Hinterleibssegmente einer Raupe, Puppe oder eines Falters.
  • abeiern (Jargon): Eier ablegen.
  • Aberration (Abkürzung: ab.): Durch Zufall verursachte, vom Normalfall abweichende Erscheinungsform, von früheren Entomologen häufig mit Namen bedacht, jedoch taxonomisch irrelevant.
  • abgeflogen (Jargon): Mehr oder weniger beschädigter Falter, der aufgrund von langer Lebensdauer, Wetter- oder Feindeinwirkung bereits einen Teil seiner Beschuppung (und/oder Flügelfläche) verloren hat und bei dem unter Umständen auch die Farben verblasst sind. Je stärker ein Falter abgeflogen ist, umso weniger ist er für Fotografen und Sammler interessant (siehe auch abgeschuppt, ausgefranst, Glatze). [Forumsbeitrag von Axel Steiner]
  • abgeschuppt (Jargon): Falter, der bereits einen großen Teil seiner Beschuppung verloren hat oder bei dem an einem Teil des Flügels die meiste Beschuppung verloren gegangen ist (siehe auch abgeflogen).
  • abiotisch: nicht durch Lebensvorgänge bedingt.
  • abpinseln (Jargon): Entfernen der Schuppen oder Haare an der Hinterleibsspitze mit einem kleinen Pinsel, um bestimmungsrelevante Merkmale eines Schmetterlings auch ohne Präparation der Genitalien erkennen zu können.
  • adult: erwachsen, ausgewachsen, geschlechtsreif.
  • Aedeagus oder Aedoeagus: Oft gebrauchte Bezeichnung für den Phallus männlicher Schmetterlinge, also für das Begattungsorgan. Seine Merkmale können bei Genitaluntersuchungen zur Artbestimmung herangezogen werden. [Forumsbeitrag von Wolfgang Nässig]
  • Aestivation: (von lat. aestivare, den Sommer verbringen) Übersommerung. Analog zur Überwinterung verbringen manche Insekten die heißesten Wochen des Jahres inaktiv an einem kühlen Ort. Beispiele sind Aglais urticae oder Hipparchia semele.
  • Afterbusch: Haarbüschel am Hinterleibsende eines Falters.
  • Afterschild: sklerotisierte Tergalplatte (Rückenplatte) des 10. Hinterleibssegmentes der Schmetterlingsraupen.
  • agreement in gender, auch gender agreement: Artikel 31.2. des International Code of Zoological Nomenclature, nach dem in der binären Nomenklatur der Gattungsname und das Art-Epitheton im grammatikalischen Geschlecht übereinstimmen müssen, wenn das Art-Epitheton ein Adjektiv oder ein Partizip ist. Die Endung des Art-Epithetons ist gegebenenfalls entsprechend anzupassen. Artikel 31.2. ist in der aktuellen Fassung des Code (vierte Auflage, gültig ab 1. Januar 2000) noch gültig, wenn auch viele Zoologen sich nicht mehr an diese komplizierte Bestimmung halten, so zum Beispiel die [Fauna Europaea], der wir in der Bestimmungshilfe des Lepiforums in dieser Hinsicht folgen. Anmerkung am 12. Mai 2013: Der konsequente Verzicht auf das agreement in gender ist in der Bestimmungshilfe des Lepiforums noch nicht bei allen Arten umgesetzt. – 26. Februar 2019: Der Verzicht auf das gender agreement ist komplett umgesetzt. Sollte dies bei einzelnen Arten doch nicht der Fall sein, bittet die Redaktion um Korrekturhinweise!
  • Albinismus: (von lat. albus, weiß) Sammelbezeichnung für angeborene oder durch extremes Klima bedingte Störungen in der Biosynthese der Melanine und dem daraus resultierenden Mangel an Pigmenten.
  • allopatrisch: geographisch isoliert
  • „Allotypus“: s. Begriffsdefinitionen der verschiedenen Typenarten.
  • Allozyme: (Singular: Allozym) Mehrere Enzyme, die sich in Folge der Veränderung der Animosäurensequenz durch Mutation eines Ausgangsenzyms in ihrem chemischen Aufbau geringfügig voneinander unterscheiden, wobei sie funktionsgleich mit dem Ausgangsenzym sind.
  • Allozymelektrophorese: Methode zur Messung der genetischen Diversität: Nachweis von Allozymen durch Trennung in einem elektrischen Feld.
  • alpin: Eine Höhenstufe der Gebirge. Sie bezeichnet die Zone oberhalb des subalpinen Krummholz- und Zwergstrauchgürtels und besteht aus an Gehölzpflanzen armen Rasenflächen. Als hochalpin wird die Zone bezeichnet, in der wegen der kurzen Vegetationsperiode gar keine verholzten Pflanzen mehr wachsen können. Sie wird von der subnivalen Zone abgelöst. In der Schweiz wird die Krummholzzone bereits der alpinen Zone zugerechnet.
  • Analbusch: s. Afterbusch
  • Analende, Analöffnung: (eines Raupensackes), hinteres Ende des Sackes mit der Öffnung für den Kotauswurf.
  • Analschild: siehe [Afterschild].
  • Androkonien: siehe [Duftschuppen].
  • annuell: einjährig
  • Annulus, Anulus (von lat. anulus = der Ring), Bezeichnung für ringförmige Behaarung, zum Beispiel am Hinterleib von [Pyropteron triannuliforme]
  • Antemediane: innere Querlinie. Ein Zeichnungselement nahe der Flügelbasis. Äquivalent zur [Postmediane].
  • Antennen: Fühler.
  • anthropozoogen: Den Menschen und sein Weidevieh betreffend.
  • Apex: Spitze, bezeichnet beim Flügel die Stelle, an der Vorder- und Außenrand zusammenstoßen.
  • apical: an der Spitze.
  • aposematisch: warnend.
  • apter: flügellos.
  • aquatisch: im Wasser lebend.
  • arid: trocken.
  • arktisch: der Zone rund um den Nordpol zugehörig, die der alpinen Zone der Hochgebirge ähnelt, gekennzeichnet durch eine von Gräsern, Polsterpflanzen und Zwergsträuchern dominierte Vegetation (Tundra). In Europa auf den äußersten Norden beschränkt. Eine Region hochspezialisierter, z. T. zirkumpolar verbreiteter Schmetterlingsarten.
  • Art: Nach dem Biologischen Artkonzept besteht eine Art aus mindestens einer Population, deren Mitglieder fruchtbare Nachkommen zeugen können. Diese Definition greift jedoch nicht bei Organismen mit ungeschlechtlicher Fortpflanzung. Es gibt noch weitere Artdefinitionen.
  • Artname: s. wissenschaftlicher Artname.
  • auct.: Abkürzung von lat. auctorum = im Sinne der/vieler Autoren.
  • Augdeckel: Breiter Schuppenfächer, der vom ersten Fühlerglied aus sowohl die Fühlerbasis überdeckt als auch in Ruhe, da beidseitig ausgebildet, die Augen zudeckt. Vorhanden unter anderem bei den Nepticulidae und Opostegidae, in schwächerer Ausprägung bei den Lyonetiidae.
  • ausbinden (Jargon): 1. (über Falterweibchen): durch Zucht erhaltene jungfräuliche Weibchen größerer Spinner und Schwärmer an einem lassoartig zwischen Vorder- und Hinterflügeln um die Brust gelegten Faden im geeigneten Lebensräumen zur richtigen Zeit anbinden und auf paarungslustige Männchen warten. Ziel ist entweder die Weiterzucht oder das Erlangen von Männchen für die (Foto-)Sammlung. Das Ausbinden wird heute nur noch selten praktiziert. 2. (über Raupen): Raupen im Freien züchten, indem man sie in großen Gazebeuteln (z. B. alten Netzbeuteln) hält, die über Zweige der Nahrungspflanze gestülpt und an der Öffnung gut zugebunden werden.
  • ausgefranst (Jargon): Falter, der bereits einen Teil der langen Fransenschuppen am Außenrand der Flügel verloren hat (siehe auch abgeflogen, abgeschuppt).
  • azyklisch: sich ohne Unterbrechung der Generationenfolge durch eine Diapause weiterentwickelnd