Vorkommen
Länder:E+1Kontinente:EU
Falter
Erstbeschreibung
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

2.1. Erstbeschreibung

Darin indizierte Abbildung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

Noch unbekannt! Über die Raupennahrung scheint es keine zuverlässigen Angaben zu geben. Razowski (2001: 91) schreibt: "?Sa; ?Acer campestre (Aceraceae)" - und als Habitat dazu "Acer-Gebüsch". Diese Vermutung rührt wahrscheinlich einfach daher, dass die Art früher als Varietät von Pammene regiana galt, für die in der Literatur ja verschiedenen Ahorn-Arten aufgelistet werden. Vielleicht lag hier auch eine Vermengung mit Pammene trauniana vor, deren Raupe ebenfalls an Früchten von Acer campestre lebt. Rebel (1906: 324) legt eine andere Spur: "Ich klopfte zwei große, prächtige weibliche Exemplare am 25. Juni 1896 auf der Höhe des Gök dagh bei Slivno aus einer Buche."

Beide Spuren finden sich auch wieder bei der Beschreibung des Synonyms Laspeyresia kohfidischiana durch Diakonoff & Kuznetsov (1972: 88-89): "Holotype, ♂, Austria, [...] collected at light under an Acer tree“ und "The species has been recorded already by Dr. J. Klimesch (1968), as follows: „440 Pammene species bei trauniana Schiff., Petrina plan. 17.—26. 6. 1959, 1 2 aus Fagus-Gebüsch gescheucht" bzw. "Besides Dr. Klimesch writes us: „Zu dieser Art möchte ich bemerken, daß sie möglicherweise in den Früchten von Fagus silvatica leben könnte, da ich mein Stück auf der Petrina planina (1500 m) bei Ohrid in Beständen von Fagus silvatica-Büschen fing“. Tatsächlich gibt es bei den verwandten Cydia-Arten sowohl solche, deren Raupen sich in Bucheckern (oder Eicheln) entwickeln als auch solche, die Ahorn-Früchte ausfressen - und anscheinend auch solche, die beides können. Die Klärung der Biologie dieser Art bleibt also spannend.

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Faunistik

Herrich-Schäffer ([1851]) erhielt das Exemplar für seine Erstbeschreibung "aus Ungarn" (in den damaligen Grenzen).

Nach Huemer (2013) wurde die Art in Österreich nur im Burgenland nachgewiesen. In der Fauna Europaea [last update 29 August 2013, version 2.6.2] werden ferner Angaben aus der Slowakei, Rumänien, Griechenland und - überraschend - Lettland genannt. Razowski (2001: 91) hatte dazu vermerkt: "In Mitteleuropa aus dem Burgenland und der S und O Slowakei bekannt. Europäisch, wahrscheinlich eine mehr südliche Art, auch in Mazedonien nachgewiesen."

Rebel (1906: 324) hatte zu "Pamene Regiana Z. var. Honorana HS." gemeldet: "Ich klopfte zwei große, prächtige weibliche Exemplare am 25. Juni 1896 auf der Höhe des Gök dagh bei Slivno aus einer Buche. Die Stücke stimmen vollständig mit Herrich-Schäffers Figur 401 und machen ganz den Eindruck einer selbständigen Art, wofür die stärkere Häkchenzeichnung am Vorderrande, der orangegelbe Grund des Spiegels und auch der Innenrandsfleck zu sprechen scheint, der keine Spur einer dunklen Teilung aufweist, sonst aber in der Breite bei den beiden vorliegenden Exemplaren stark variiert. Die Fransen der Hinterflügel sind gelblichweiß. Diese schöne Form wurde bisher nur in der Umgebung Wiens und in Ungarn gefunden."

Uwe Knorr gelang mit den oben gezeigte Bildern vom 31. Mai 2021 der völlig überraschende (sehr wahrscheinliche) Erstnachweis der Art für Deutschland (Baden-Württemberg, Braunsbach, 250 m, Naturschutzgebiet Unteres Bühlertal, Südhang, extensive Wiesen, Hecken). Der Falter wurde nach Foto von Jürgen Quack determiniert und von Jozef Razowski als zu "99%" zu dieser Art gehörig bestätigt - da kein Beleg gesammelt wurde, konnte das Exemplar aber nicht genitalüberprüft werden, so dass eine minimale Restunsicherheit bezüglich der Artbestimmung verbleibt.

4.4. Typenmaterial

Synonym Laspeyresia kohfidischiana: Diakonoff & Kuznetsov: (1972: 88) teilen mit: "Holotype, ♂, Austria, Southern Burgenland, Kohfidisch, 28. IV. 1957 (leg. Dr. L. Issekutz), genitalia slide nr. 6 (Dr. Klimesch fecit). Note of the collector: „collected at light under an Acer tree“ (in lit). In collection L. Issekutz. Allotype, ♀, Macedonia, Ohrid, Petrina planina (1500 m), 17.—26.VI.1959 (leg. Dr. J. Klimesch), genitalia slide nr. 8294. In collection Dr. J. Klimesch."

(Autor: Erwin Rennwald)

4.5. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den detaillierten Datierungs-Angaben von Heppner (1982).

4.6. Literatur

  • Beschreibung als Laspeyresia kohfidischiana: Diakonoff, A. & V. I. Kuznetsov (1972): A new Laspeyresia species from the palaearctic region (Lepidoptera, Tortricidae, Laspeyresiini). — Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland 48: 87-92 [PDF auf zobodat.at].
  • Heppner, J. B. (1982): Dates of selected Lepidoptera literature for the western hemisphere fauna. — Journal of the Lepidopterologists' Society 36 (2): 87-111.
  • Erstbeschreibung: Herrich-Schäffer, G. A. W. (1847-1855) ["1849"]: Systematische Bearbeitung der Schmetterlinge von Europa, zugleich als Text, Revision und Supplement zu Jakob Hübner's Sammlung europäischer Schmetterlinge. Vierter Band. Die Zünsler und Wickler: 1-288, Index 1-48, pls. 1-23 (Pyralidides), pl. 1-59 (Tortricides). Regensburg (G. J. Manz). — Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek: [270].
  • Huemer, P. (2013): Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. – 304 S. (Studiohefte 12); Innsbruck (Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H.).
  • Razowski, J. (2001): Die Tortriciden (Lepidoptera, Tortricidae) Mitteleuropas. Bestimmung - Verbreitung - Flugstandort - Lebensweise der Raupen. — 319 S.; Bratislava.