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Falter
Ausgewachsene Raupe
Puppe
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Ausgewachsene Raupe

1.3. Puppe

2. Diagnose

2.1. Falter

Gonepteryx farinosa ist beiden Geschlechtern des „gewöhnlichen“ Zitronenfalters (G. rhamni) und dem ♀ von G. cleopatra sehr ähnlich. Die Unterscheidung vieler Einzelexemplare bereitet selbst dem Spezialisten große Schwierigkeiten. Grundsätzlich zeichnet sich G. farinosa durch folgende Besonderheiten aus:

Beim ♂ sind die Hinterflügel und der Randbereich der Vorderflügel ober- wie unterseits etwas heller gefärbt, als die übrige Flügelfläche. Das ♀ ist generell heller weißgrün gefärbt als die ♀ ♀ der verwandten Arten. Und dadurch, dass bei G. farinosa die Beschuppung etwas absteht, wirkt diese etwas mehlig, aufgerauht. Diese Merkmale treffen jedoch keineswegs in jedem Einzelfall zu. Speziell abgeflogene Falter sind oftmals nicht sicher zuzuordnen. Sehr detaillierte Angaben finden sich bei de Freina (1982).

2.2. Ähnliche Arten

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Lebensweise

G. farinosa bildet, soweit bekannt, nur eine Generation aus. Je nach Höhenlage schlüpft diese ab Ende April, so an der Küste des Mittelmeers, Anfang Juni in Zentralanatolien oder auch erst Mitte August in den höheren Lagen Ostanatoli­ens. Die Falter leben dann fast ein Jahr lang, ganz wie "unser" Zitronenfalter (G. rhamni) auch. In den heißesten Sommermonaten wandern die Falter ins Gebirge ab oder sie fallen in eine Hitzestarre, in der sie sich, der Überwinterung ähnlich, in Sträucher zurückziehen und monatelang bewegungslos verharren. Manche, nicht alle Falter, unterbrechen diese im Herbst um sich anschließend, im Oktober/November ins Winterquartier zurückzuziehen. Andere bleiben gleich an Ort und Stelle und überwintern somit acht bis neun Monate lang. Je nach dem örtlichen Klima kommen die Falter ab Ende Februar, im Küstenbereich des Mittel­meers, oder auch erst Ende Mai, in den höchsten Lagen des Verbreitungsgebietes, wieder aus dem Versteck hervor und pflanzen sich fort. Die Falter leben dann im Küstenbereich noch bis Ende April, im Binnenland bis Anfang Juni und in den Gebirgsregionen der Osttürkei oder des Iran, wo die Falter bis auf 2500 m hin­aufsteigen können, zuweilen bis Anfang August. In diesen Höhenlagen trifft man jedoch nur zugewanderte Falter an, die dort nicht dauerhaft heimisch sind.

Im Gegensatz zu den beiden verwandten Arten, frisst die Raupe von G. farinosa an einer ganzen Reihe von Pflanzen. Die wichtigste Nahrungspflanze tieferer Lagen dürfte der Immergrüne Kreuzdorn (Rhamnus alaternus) sein. Daneben sind noch folgende weitere Pflanzen bekannt: Christusdorn (Paliurus spina-christi), Buchsbaum (Buxus-spp.), Gerbersumach (Rhus coriaria), Terpentin-Pistazie (Pistacia terebin­thus), Chinesische Jujube Zizyphus jujuba und andere Zizyphus-spec., möglicherweise auch Malve (Malva-spp.).

(Autor: Jürgen Hensle)

3.2. Habitat

Der Lebensraum von G. farinosa ist dem der beiden verwandten Arten recht ähnlich. Während diese jedoch mehr im Wald oder der Macchia fliegen, bevorzugt G. farinosa etwas offenere, mehr mit einzelnen Büschen und einzelnen Bäumen bestandene Stellen. Dennoch können alle drei Arten zuweilen an ein und dem selben Ort angetroffen werden.

G. farinosa steigt in Europa bis auf etwa 1000 m, in Asien hingegen bis auf 2500 m.

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Verbreitung

G. farinosa ist vom östlichen Mittelmeerraum bis nach Zentralasien verbreitet. Genauer in Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, der Türkei, Transkaukasien, dem Nordostirak, West- und Nordiran bis zur Provinz Kerman, Tadschikistan und Kirgisien. Ferner im Westen Syriens und im Libanon.

4.3. Literatur

  • De Freina, J. (1982): Studien über Biologie, Verbreitung, geographische Variabilität und Morphologie von Gonepteryx farinosa (Zeller, 1847) nebst zusätzlicher Erläuterung der Verbreitung und geographischen Variabilität von Gonepteryx rhamni (Linne, 1758) in Kleinasien. — Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 72: 9-55 [PDF auf zobodat.at].
  • Hesselbarth, G., Oorschot, H. van, & P. S. Wagener (1995): Die Tagfalter der Türkei unter besonderer Berücksichtigung der angrenzenden Länder. Bd. 1: 1-757, Bd. 2: 758-1354, Bd. 3: 1-847. - Bocholt (Selbstverlag P. S. Wagener).
  • Erstbeschreibung: Zeller, P. C. (1847): Verzeichniß der von Professor Dr. Loew in der Türkey und Asien gesammelten Lepidoptera. — Isis von Oken 1847 (1): 3-39. Leipzig (Brockhaus).